Aachen: Fotos überführten ihn: Pädophiler Aachener gesteht erneuten Missbrauch

Aachen : Fotos überführten ihn: Pädophiler Aachener gesteht erneuten Missbrauch

Ein bis zwei Mal im Monat sei ihr achtjähriger Sohn mit dem Angeklagten allein gewesen, berichtet die 29-jährige Mutter am Montag als Zeugin vor Gericht. Doch genau diese Gelegenheit ließ sich der bereits wegen Pädophilie vorbestrafte Gabelstaplerfahrer aus Aachen offenbar nicht entgehen. Er hat den Jungen mehrfach missbraucht.

Alles begann im April 2017. Später dann, das sagte der Angeklagte in seinem Geständnis, musste auch noch ein Freund des Jungen leiden, ein Zwölfjähriger. Den Jungen wollte der Mann ebenfalls unsittlich berühren, doch der Junge wehrte sich, bis Thomas K. am Ende von ihm abließ.

Der erneut wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern angeklagte K. ist einschlägig vorbestraft. Er verbüßte bis 2015 eine fünfjährige Haftstrafe. Die Mutter des Jungen berichtete vor der 5. Großen Strafkammer, dass K. zwar von seinem Gefängnisaufenthalt erzählt hatte. Aber die ganze Wahrheit habe er nicht gesagt. Er habe ihr vermittelt, beschrieb sie Richterin Regina Böhme die Situation bei ihr zu Hause, dass er wegen eines Streits gesessen habe, einem Streit, den er habe schlichten wollen. Und sie sei nach der Trennung von ihrem Mann froh gewesen, jemanden für das Kind zu haben.

In der Haft hatte K. nicht von seinen Straftaten erzählt. Er gab sich auf den Fluren der Haftanstalt als jemand aus, der „einen Raub“ begangen habe. Auf die Frage des Gerichts erläuterte K.: Weil Sexualstraftäter eine schlechte Behandlung von Seiten der Mithäftlinge befürchten müssten. Deswegen sei er auch nicht in Therapiegruppen gegangen.

Als er dann 2015 entlassen wurde, habe er Pech gehabt. Er habe keinen Platz in einer Wohngruppe bekommen. Auch eine Arbeitsstelle gab es erst 2017. Und obwohl er sich unter Aufsicht eines strengen Programms befand und die Auflage hatte, sich von jeglichen Kindern fern zu halten, hatte er anscheinend doch wieder einen Weg gefunden. K. erklärte, dass er wohl besser an den Therapien in der Haftanstalt teilgenommen hätte. „Ich konnte das nicht mehr kontrollieren“, sagte der Angeklagte am Montag.

Aufgeflogen war die Sache über eine WhatsApp-Gruppe, über die er einem anscheinend Gleichgesinnten eindeutige Fotos von seinem Opfer verschickte. Der Empfänger erkannte K. und rief die Polizei an, die den mutmaßlichen Sextäter am 10. Januar festnahm.

Der Angeklagte gestand am Montag seine Taten umfangreich, eine Vernehmung der Kinder wurde damit überflüssig. Der Prozess geht am 11. Juni weiter.

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