Andreas Herrmann und Norbert Pasch: Fotografen präsentieren „Augenblick mal!“ im Soerser Tuchwerk

Andreas Herrmann und Norbert Pasch : Fotografen präsentieren „Augenblick mal!“ im Soerser Tuchwerk

Bewegung in der Fotografie sichtbar zu machen ist eine Leidenschaft von Andreas Herrmann, die er konsequent seit Jahrzehnten lebt. Im Scheinwerferlicht der Bühne verfolgt er mit seiner Kamera große und kleine Bewegungen, hohe und weite Sprünge von professionellen Tänzern, die endlos an ihrer Performance feilen und das Publikum begeistern.

Um die Faszination des Augenblicks in der Bewegung festzuhalten, wendet Andreas Herrmann sein großes Repertoire wie etwa den Einsatz von Langzeitbelichtung oder Mitziehen der Kamera an und nutzt seine enorme Erfahrung mit fotografischen Techniken, die selbst bei schnellster Bewegung oder schlechten Lichtverhältnissen noch greifen.

Eine ganze Wand im Atelier Pasch im Tuchwerk Soers füllt er mit seinen bewegenden Tanzfotografien, die meist bei den Aufführungen der Schrittmacher-Festivals entstanden sind. Schwarz sind die Bühnenhintergründe, gezielt fällt das Licht auf die tanzenden Körper. Besonders gelungen ist die Positionierung von Gips- und Bronzeskulpturen, die ebenfalls Körper in Bewegung zeigen, zwischen den Fotos.

Ruhe als Ausgleich zur Bewegung bringen die Landschaftsfotografien von Norbert Pasch, der sich in dieser Ausstellung vor allem den Wäldern und der Natur des Großraums Aachen verschrieben hat. Besonders die alten und bizarren Bäume des Landgrabens bei Hanbruch, der auch als Hexenwald bekannt ist, haben es ihm angetan — hier gibt es unterschiedliche Ansichten und Stimmungen bei unterschiedlichem Licht, denen Aufnahmen charaktervoller Bäume im Regenwaldgebiet der Insel Madeira gegenübergestellt werden.

Licht und Schatten sind ein großes Thema für Norbert Pasch, wenn er sich etwa im Winter kahlen Bäumen widmet, Schnee und Himmel die gleiche Farbe zeigen und dramatische Aufnahmen entstehen, die bisweilen wie Zeichnungen oder Drucke wirken. Schnee und Eis fotografiert er gern im Tal der Hoegne bei Verviers, wo der Wasserfall in stetiger Bewegung gefrorene Eisflächen aufbricht und die Dynamik des Wassers sie kreisrund formt wie kleine Pfannkuchen.

Neben den Stimmungen in der Natur greift der Fotograf auch gerne die Atmosphäre eines Aachener „lost place“ auf — das alte Camp Hitfeld, das mit seinen vielen, teils sehr gelungenen Graffiti zum Gesamtkunstwerk wird.

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