Aachen: Fotoausstellung: Die persönliche Sphäre der Geflüchteten

Aachen : Fotoausstellung: Die persönliche Sphäre der Geflüchteten

Die Hoffnung auf eine neue Heimat, die ganze Erschöpfung nach der langen Flucht, aber auch die Normalität einer Familie mit ihren vier Kindern, wird im Titelbild der Ausstellung „41.000 Kilometer — Flüchtlinge an den Grenzen Europas“ sichtbar. Es ist das eindrucksvollste Foto des Pulitzerpreisträgers Daniel Etter, das im Bezirksamt Eilendorf derzeit die Blicke auf sich zieht.

Quartiersmanager Michael Grein, selbst begeisterter Fotograf, hatte über die sozialen Netzwerke Kontakt zu dem 34-jährigen Solinger Fotograf aufgenommen. Mit Erfolg: 18 beeindruckende Bilder des preisgekrönten Bildjournalisten haben nun den Weg nach Eilendorf gefunden. „Wir sind darauf sehr stolz und hoffen, ein Signal für die Flüchtlingsintegration setzen zu können. Hier in Eilendorf haben wir mit dem ,Bündnis für Integration‘ seit Jahren eine hervorragende Integrationsarbeit und sprechen gar nicht mehr von Flüchtlingen, denn sie leben unter und mit uns“, erklärte Elke Eschweiler, Bezirksbürgermeisterin von Eilendorf, bei der Vernissage.

Passend gab es bei der kleinen Feier am Wochenende ein multikulturelles Buffet — gekocht von Teilnehmern des monatlichen Interkulturellen Kochtreffs „Eilendorf kocht“. Musikalisch untermalt wurde die Ausstellungseröffnung von der Formationen „Babylon Tamam“, hervorgegangen aus dem Ahoi-Projekt der Aachener Künstlerinnen Ana und Vera Sous.

Die Schau ist als Wanderausstellung konzipiert und bis zum 15. März an vier Orten in den Quartieren Eilendorf, Aachen-Nord, Kronenberg-Westparkviertel und Richterich zu sehen. „Wir wollen Orte der Begegnung schaffen, die persönliche Situation der Flüchtlinge aufzeigen, sie als Menschen darstellen“, betonte Quartiersmanager Michael Grein. Das sei mit den eindrucksvollen Motiven von Daniel Etter mehr als gelungen.

Tausendfach geteilt

Das Titelbild zeigt eine irakische Familie bei der Ankunft auf der griechischen Insel Kos nach ihrer Odyssee durch das Mittelmeer und wurde im August 2015 fotografiert. „Es war für Daniel Etter ein klassischer Tageszeitungsauftrag und im Nachhinein der bislang emotionalste Moment seiner Karriere. Das Foto wurde tausendfach in den sozialen Netzwerken geteilt und illustrierte die Berichterstattung der renommierten New York Times“, erklärte Elke Eschweiler.

Im Bezirksamt Eilendorf ist die Fotoschau noch bis kommenden Donnerstag zu sehen — dienstags bis mittwochs von 10 bis 18 Uhr und donnerstags von 10 bis 14 Uhr. Infos zu den weiteren Ausstellungsorten von „41.000 Kilometer — Flüchtlinge an den Grenzen Europas“ ...

Mehr von Aachener Nachrichten