Aachen: Fotoausstellung: Bauhausstil hat fernöstliche Parallelen

Aachen: Fotoausstellung: Bauhausstil hat fernöstliche Parallelen

Das Zusammenspiel von Licht, Schatten und klaren Linien im modernen Bauhausstil, dafür steht der weltbekannte Aachener Architekt Ludwig Mies van der Rohe (1886 - 1969). Auch die alten Baumeister der Japaner berücksichtigten diese Elemente in ihren Gebäuden bereits vor mehr als 500 Jahren.

Der Schweizer Architekt und Fotograf Werner Blaser hat die Gemeinsamkeiten des modernen Architekten und seiner frühen Vorgänger mit seiner Kamera genauer untersucht. Seine Bilder sind ab Sonntag, 6. Dezember, in der Ausstellung „west meets east Mies van der Rohe” im Aachener Atelierhaus an der Süsterfeldstraße zu sehen.

Für Kenner und Neulinge von Fotografie und Architektur gibt es dort viel zu entdecken. Mit den 20 ausgestellten schwarz-weiß-Fotografien in der quadratischen Größe von 100 mal 100 Zentimetern wird der Blick der Besucher auf berühmte Gebäude wie das Federal Center in Chicago oder den Barcelona-Pavillon gelenkt. Gleich daneben hängt das jeweilige Pendant aus Fernost.

Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag erwartet das Atelierhaus den Künstler. Werner Blaser wird allen Gästen Rede und Antwort zu seinen Werken stehen. Ihm sei es besonders wichtig gewesen, seine Bilder in der Geburtsstadt Mies van der Rohes auszustellen, erläutert Nadya Bascha, Geschäftsführerin des Atelierhauses. Als Schüler und Fotograf Mies van der Rohes weiß Blaser mehr über die Person Mies van der Rohe. Über dies und vieles mehr wird er in einem Gespräch mit Professor Rudolf Bertig und Meinolf Engel vom Aachener Verein „Mies van der Rohe Haus” berichten.

Genaueres zum Thema Architektur wird außerdem Professor Axel Sowa, Leiter des Lehr- und Forschungsgebiets Architekturtheorie an der RWTH, erklären. Ein direktes Vorbild seien die jahrhundertealten Bauten der japanischen Meister für Mies van der Rohe eher nicht, ist Sowa überzeugt.

Die Ausstellung ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit von RWTH und Atelierhaus. Die beiden Kooperationspartner Bascha und Sowa wollen den Besuchern neben den ästhetischen Fotografien und der Architektur zweier Kulturen auch die fernöstliche Philosophie der Ruhe näherbringen. Die spartenübergreifenden Themen der Ausstellung sind ihnen wichtig.

Sowa wird den Künstler am Montag nach der Ausstellungseröffnung auch zum „Montagabendgespräch” an seinem Lehrstuhls begrüßen. Auch dort wird Blaser über seine Fotografie und das Werk seines Lehrers sowie über die alte japanische Baukunst sprechen.

Rudolf Bertig und Meinolf Engel freuen sich besonders auf den Besuch des Künstlers und die Ausstellung. „Wir haben nicht nur Karl den Großen. Wir haben auch Ludwig Mies van der Rohe”, unterstreichen sie. Sie wollen den großen Architekten und Künstler in Zukunft mit einem eigenen Ausstellungshaus stärker in das Bewusstsein der Aachener rücken.

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