Forderung nach einer besseren Beschilderung für Park&Ride in Aachen

Verkehr in Aachen : Piraten und UWG fordern digitale Anzeigetafeln

Das Suchen soll ein Ende haben: UWG und Piraten wollen das Park&Ride-Prinzip in Aachen verbessern. Unter anderem sollen digitale Anzeigetafeln in Echtzeit auf freie Plätze hinweisen.

Ein bisschen suchen muss man schon, um die richtige Abfahrt zu finden. Erst recht, wenn ein wartender Bus an der Haltestelle das entsprechende Hinweisschild verdeckt. Der Park&Ride-Parkplatz (P&R) an der Jülicher Straße ist allenfalls für Kenner klar ersichtlich. Davon sind zumindest Christoph Allemand (UWG) und Matthias Achilles (Piraten) überzeugt. Sie sehen in dem Verkehrsprinzip, wie es aktuell in Aachen gehandhabt wird, eine verpasste Chance. Für eine Entlastung des Innenstadtverkehrs. Und für eine bessere Luftqualität.

Mit ihrem gemeinsamen Ratsantrag wollen die UWG und die Piraten das ändern. „Park&Ride ist zwar in aller Munde, wird aber eigentlich nur während des Weihnachtsmarkts genutzt“, sagt Ratsherr Christoph Allemand. Darüber hinaus sei das Prinzip wohl allenfalls für regelmäßige Pendler interessant. „Für Gelegenheitsnutzer ist es nicht attraktiv“, ergänzt Matthias Achilles, mobilitätspolitischer Sprecher der Piraten. Neue Hinweisschilder sollen deshalb dafür sorgen, dass noch mehr Autofahrer auf die Parkplätze ausweichen – und zwar nicht nur in der Vorweihnachtszeit. In Anlehnung an das innerstädtische Parkleitsystem sollen diese digitalen Schilder in Echtzeit die Anzahl der freien Parkplätze anzeigen und zudem darüber informieren, wann die nächsten Busse fahren. Dafür müssten die Stellplätze mit entsprechenden Sensoren ausgerüstet werden. Darüber hinaus sollen mehr Hinweisschilder errichtet werden, um überhaupt auf die entsprechenden Parkplätze und ihre Vorteile hinzuweisen.

Seit 2013 können Autofahrer werktags ihr Blech in Aachen an vier P&R-Parkplätzen abstellen: an der Ecke Jülicher Straße/Berliner Ring (80 Plätze), am Tivoli-Parkhaus (1200), am West- (179) sowie am Waldfriedhof (99). Von dort aus geht es dann mit dem Bus weiter. Mit dem P&R-Ticket können bis zu fünf Personen die Linienbusse zwischen dem jeweiligen Park&Ride-Platz und allen Haltestellen innerhalb und auf dem Alleenring nutzen. Das Ticket berechtigt zur Hin- und Rückfahrt, nicht jedoch zu Zwischenfahrten. Aktuelle Zahlen belegen, dass das Angebot immer stärker angenommen wird. 2018 wurden 19.210 P&R-Tickets verkauft, wie Harald Beckers vom städtischen Presseamt auf Anfrage mitteilt. Im Jahr 2016 waren es 16.053 Menschen. Zwei Jahre davor gerade mal 5560.

Achilles und Allemand sind davon überzeugt, dass die Stadt mit vergleichsweise geringen finanziellen Mitteln eine große Wirkung erzielen könnte. 2018 hat die Stadt insgesamt rund 42.000 Euro in das P&R-System investiert: 14.000 Euro für Werbung sowie 6000 Euro für den Einsatz eines Shuttle-Verkehrs an den Samstagen vor Weihnachten zwischen dem Parkhaus Tivoli und dem Elisenbrunnen; seit 2015 kosten die Instandhaltungs- und Ergänzungsmaßnahmen an Beschilderungen und Infoboxen im Jahr zwischen 1000 und 2500 Euro. Als einmalige Ausgabe kamen im vergangen Jahr noch 20.000 Euro für die Beleuchtung des Westfriedhofs hinzu.

Allerdings betonen die Kommunalpolitiker auch, dass eine qualitative Verbesserung des Status Quo auf lange Sicht nicht ausreiche, um das Verkehrsaufkommen in der Innenstadt zu reduzieren. „Wir brauchen auf allen Einfallstraßen entsprechende Park&Ride-Plätze“, fordert Christoph Allemand. Im Rat soll diese quantitative Forderung aber erst in einem zweiten Schritt und mit einem separaten Antrag eingebracht werden.

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