Aachen: Förderverein Bayard unterstützt Reittherapiemaßnahmen

Aachen: Förderverein Bayard unterstützt Reittherapiemaßnahmen

Unvoreingenommen und ruhig sind die Pferde, die zur Therapie für Kinder eingesetzt werden: Durch ihr ausgeglichenes Wesen können sie Behinderungen beziehungsweise motorische, geistige und seelische Beeinträchtigungen lindern helfen.

Welch heilende Wirkung die Wärme des Pferdekörpers sowie der wiegende Schrittrhythmus des Pferdes entfalten, weiß Astrid Schulz nur zu gut. Ihre Mutter Almut hat den Verein Bayard in Aachen und der Region aufgebaut. Vor rund zweieinhalb Jahren entstand die Idee zu diesem Förderverein für Therapeutisches Reiten in der Euregio, dessen Vorsitz und Geschäftsführung heute Vater Dr. Joachim Schulz inne hat.

Doch woher kommt der besondere Name des Vereins, der zunächst gar nicht auf den Zweck schließen lässt? „,Bayard‘ war der Sage nach ein besonders großes, starkes und kluges Pferd“, erklärt Joachim Schulz. „Es lebte zur Zeit Karls des Großen und rettete vier Kinder, indem es sie alle vier auf seinem Rücken in den Wald trug und dort vor ihren Feinden versteckte.

Dieses Pferd wählten wir aus, um unseren Vereinszweck zu symbolisieren — Hilfe für Kinder durch die Hilfe eines Pferdes“, führt der Vorsitzende weiter aus. Der Verein hilft bei der Finanzierung von Reittherapiemaßnahmen für Kinder, die aus anderen Quellen wie Krankenkassen oder öffentlichen Mitteln keine Zuwendungen erhalten und sich selber solche Therapiemaßnahmen nicht leisten könnten.

Insbesondere Kinder mit Down-Syndrom, geistigen wie motorischen Defiziten oder Epilepsie nutzen derzeit die Therapie. „Wir erleben immer wieder, dass die Kinder schnell große Fortschritte machen und erheblich von der Therapie profitieren“, bestätigt Astrid Schulz den Nutzen. Ein junger Autist etwa sei zunächst ganz verschlossen gewesen, hätte nicht normal gesprochen. „Plötzlich grüßt er, spielt mit den anderen. Das gemeinsame Versorgen der Pferde, das ganze Drumherum macht viel aus, was das soziale Miteinander betrifft“, schildert Astrid Schulz.

„Die Mädchen und Jungen profitieren körperlich und seelisch, das Selbstvertrauen wird gestärkt. Für viele Kinder ist die Therapie der Höhepunkt der Woche“, berichtet Astrid Schulz. 15 Kinder werden derzeit unterstützt, 25 einstündige Therapieeinheiten sind zunächst pro Person vorgesehen. Da der Verein euregional aktiv ist, gibt es nicht nur in Richterich Therapiestunden, sondern auch in Eschweiler, Eupen und Hitfeld.

In engem Bezug zur Reittherapie steht ein von Almut Schulz initiiertes integratives Angebot, das Kinder mit und ohne Behinderungen seit 25 Jahren ebenfalls aufs Pferd bringt, aber im Rahmen einer Theateraufführung. Bei den Workshops mit großer Abschlussaufführung machen jedes Jahr an Christi Himmelfahrt bis zu 20 Kinder mit, darunter viele Wiederholungstäter.

„Dieses Angebot ist vor allem für Kinder mit ADHS interessant“, erklärt Astrid Schulz. Im letzten Jahr konnte Bayard sogar den ersten Preis im Videowettbewerb für gemeinnützige Vereine der Sparkasse Aachen verbunden mit einer erfreulichen Geldspende gewinnen. Und auch Kooperationen wie die mit der Förderschule Kleebachschule in Eilendorf tragen dazu bei, den wertvollen Beitrag des Vereins in der Euregio bekannter zu machen.

Mehr von Aachener Nachrichten