Aachen: Förderung für Sammlung Crous

Aachen: Förderung für Sammlung Crous

Über 10 000 Objekte, darunter Grafiken, Fotos, Bücher und Dokumente zur Aachener Stadtgeschichte umfasst die Sammlung Crous, die nach dem Tod des langjährigen Präsidenten des Aachener Karnevalsvereins vom AKV als gemeinnützige GmbH übernommen wurde.

Helmut A. Crous war Öcher, Journalist, Karnevalist — und ein leidenschaftlicher Sammler. Der „Förderverein AKV Sammlung Crous“ soll künftig die Erhaltung und Erweiterung des Bestands finanziell sichern.

In den Räumen des AKV und der Sammlung Crous im alten Kurhaus stellten die Mitglieder des Fördervereins sich und das Programm vor. „Nach dem Aachener Stadtarchiv ist die Sammlung Crous die zweitwichtigste historische Sammlung zur Aachener Stadtgeschichte“, betont Jürgen Linden, der bei dem neu gegründeten Verein den Vorsitz übernimmt und fügt hinzu: „Die Pflege dieser Sammlung ist nicht nur Aufgabe des AKV, sondern auch der Aachener Bürgerschaft.“

Neben dem ehemaligen Aachener OB gehören Sabine Mathieu, Heiner Nobis und Dieter Bischoff zum Vorstand des Fördervereins. Als Beirat sind außerdem Elena Schulte, Tochter von Crous, Georg Helg und Max Kerner vom Historischen Institut der RWTH Aachen, mit im Boot. Hauptaufgabe des Vereins ist das Einwerben finanzieller Mittel und die Akquise weiterer Fördermitglieder. 36 Euro kostet die Mitgliedschaft für Privatpersonen, 120 Euro für Unternehmen. AKV-Präsident Werner Pfeil freut sich über die zukünftige Zusammenarbeit mit dem Förderverein. „Wir werden Hand in Hand arbeiten“, verspricht er.

Nicht zuletzt möchte der Förderverein auch die Sammlung selbst mehr in das Bewusstsein der Aachener bringen. Zwar ist die Kollektion als wissenschaftliche Präsenzbibliothek jeden Dienstag von 14 bis 16 Uhr und nach Terminabsprache öffentlich zugänglich, doch der Seiteneingang an der Kurhausstraße 2c springt nicht jedem sofort ins Auge.

Auch eigene Veranstaltungen will der Förderverein organisieren, erster Programmpunkt ist in diesem Rahmen ein Vortrag über den Aachener Badearzt Franz Blondel am Dienstag, 9. Juli. Weitere Höhepunkte sind das Erscheinen des dritten Bandes in der Schriftenreihe der Sammlung, der sich mit der Geschichte des „ungebauten Aachen“ befasst, und der 100. Geburtstag von Helmut A. Crous im November.

Ebenfalls einen Geschichtswettbewerb, im vergangenen Jahr in Kooperation mit der RWTH erstmals ins Leben gerufen, wird in diesem Jahr wieder stattfinden. Eine eigene App gibt es bereits und auch der Internetauftritt soll komplett überarbeitet werden. Darüber hinaus wird der Bestand an Bildmaterial, Grafiken und Postkarten vollständig digitalisiert und vor Ort einsehbar. Die Arbeit wird dabei ausschließlich von Ehrenamtlern geleistet.

„Das ist gar nicht hoch genug einzuschätzen“, schätzt Elena Schulte ein. Die Sammlung umspannt den Zeitraum vom 15. Jahrhundert bis heute. Weiße Flecken sollen geschlossen werden, bemerkt Sabine Mathieu und nennt als Beispiel den Aachener Stadtbrand von 1656. „Wir haben keine Ahnung, wie Aachen vor diesem Datum aussah.“ Hier hofft man auf die Mithilfe von Sammlern oder deren Nachfahren. Was vielleicht unbeachtet auf Dachböden verstaubt, könnte sich als stadthistorischer Schatz entpuppen. Wer sich als Mitglied im Förderverein engagieren möchte, kann sich unter Tel. 0241/470311-21, E-Mail: info@sammlung-crous.de informieren.

(kaa)