Aachen: Flüchtlingshilfe: Sozialdienst katholischer Frauen schult Ehrenamtler

Aachen : Flüchtlingshilfe: Sozialdienst katholischer Frauen schult Ehrenamtler

Nicht nur über die politische Situation in vielen Ländern lamentieren, sondern selber etwas tun: Das war die Motivation, die Hermann Josef Ehlen dazu bewogen hat, sich zum ehrenamtlichen Vormund für unbegleitete Flüchtlinge schulen zu lassen.

„Das ist kein leichtes Amt, das sie da übernommen haben“, meinte Ursula Braun-Kurzmann, Geschäftsführerin des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF), als jetzt 18 Ehrenamtler ihre Zertifikate entgegennahmen. Die neuen Vormünder sehen ihrer Aufgabe mit Optimismus entgegen. Sie seien hervorragend geschult worden, sagen sie, und vertrauen auf die künftige Unterstützung durch die hauptamtlichen Vormünder des SkF.

Frei von äußeren Zwängen

„Ich habe heute mehr Zeit als früher“, sagt Anton Lechner. Deshalb suchte er nach einer sinnvollen Beschäftigung. Als er in der Zeitung davon las, dass ehrenamtliche Vormünder zur Betreuung von minderjährigen Flüchtlingen gesucht werden, war er gleich begeistert von der Idee. Er will sich frei von äußeren Zwängen für sein Mündel einsetzen. Martina van Gemmeren spürte die Aufforderung, diesen Auftrag anzunehmen. „Die Hälfte der Welt ist auf der Flucht“, sagt sie und fühlt sich gleichsam in der Pflicht zu helfen.

„Wir waren überrascht über so viel Resonanz“, sagte die Vorstandsvorsitzende des SkF, Marga Mahr. „Die Kinder sind traumatisiert und brauchen unsere Hilfe“, betonte sie. Aachen sei als Grenzstadt schließlich ganz besonders betroffen von der Aufnahme minderjähriger Flüchtlinge. Die ehrenamtlichen Vormünder begreifen die jungen Menschen als Bereicherung und freuen sich auf den Moment, in dem sie Verantwortung übernehmen können. Von den gerade ausgebildeten Ehrenamtlern sind neun Frauen und neun Männer. Braun-Kurzmann hatte von Beginn an keinen Zweifel daran, dass sich genug Freiwillige finden würden, darunter auch viele Männer. „Sie verstehen diese verantwortungsvolle Aufgabe als Herausforderung“, meint sie. Während der Ausbildung lernten sie unter anderem die Institutionen kennen, mit denen sie in Zukunft zu tun haben werden.

Wenn Eltern die Verantwortung für ihr Kind nicht mehr übernehmen können oder wenn unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Aachen ankommen, richtet das Familiengericht eine Vormundschaft oder Pflegschaft ein. Auch ehrenamtlich engagierte Menschen können eben diese Vormundschaften übernehmen, was laut Braun-Kurzmann in den vergangenen Jahren aber eher vernachlässigt wurde. Der SkF will das ehrenamtliche Engagement nun weiter ausbauen. Nach wie vor heißt es: „Vormund gesucht! Machen Sie sich für Kinder und Jugendliche stark!“

Die nächste Schulungsreihe beginnt Ende Februar. Wer Interesse hat, kann sich unter Telefon 0241/ 470450 melden oder eine E-Mail an info@skf-aachen schicken.

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