Aachen: Flüchtlinge verlassen Inda-Gymnasium bis 7. August

Aachen : Flüchtlinge verlassen Inda-Gymnasium bis 7. August

Innerhalb von 24 Stunden nahm die Stadt Aachen zu Beginn der Woche 300 Flüchtlinge auf. Das Inda-Gymnasium wurde kurzerhand zu einer Notunterkunft umgewandelt. Einige Flüchtlinge wurden nun bereits auf andere Kommunen verteilt.

Von den 300 Flüchtlingen, die Anfang der Woche auf Anweisung der Bezirksregierung Köln in einer temporären Notunterkunft im Inda-Gymnasium in Kornelimünster untergebracht wurden, wurden diese Woche bereits 16 Menschen wieder nach Dortmund in die zentrale Anlaufstelle des Landes für Asylbewerber zurückgebracht und von dort aus auf andere Kommunen verteilt.

Gleichzeitig sind am Freitag nach Angaben der Stadt jedoch 15 weitere Flüchtlinge in Kornelimünster eingetroffen.

Wie die Bezirksregierung der Stadt mitteilte, werden die Flüchtlinge die Schule am Gangolfsweg spätestens bis zum 7. August verlassen haben, um verschiedenen Kommunen in Nordrhein-Westfalen zugewiesen zu werden. Das Inda-Gymnasium stehe demnach zum Ende der Ferien wieder komplett für den Unterricht zur Verfügung.

Unterdessen hat der Landesverband der Malteser am Donnerstag federführend die Betreuung der Flüchtlinge in Kornelimünster übernommen, im Hintergrund unterstützt durch zahlreiche städtische Mitarbeiter.

Private Deutschkurse

Die Welle der Hilfsbereitschaft in Kornelimünster ist nach Angaben der Stadt nach wie vor groß. Sozialamtsleiter Heinrich Emonts berichtet von der nach wie vor großen Spendenbereitschaft der Aachener Bevölkerung. „Wir haben vor Ort inzwischen so viele Spenden erhalten, dass wir sie zwar noch annehmen, aber dann an die entsprechenden Hilfsorganisationen in der Stadt weiter leiten müssen.“

Emonts ist begeistert vom Engagement der Aachener. Das erschöpft sich nicht nur in Spenden, sondern auch in tatkräftiger Hilfe: inzwischen finden nämlich im Inda-Gymnasium auf privater Basis bereits mehrere improvisierte Deutschkurse mit Kinderbetreuung statt.

Begeistert über die enorme Hilfsbereitschaft der Menschen äußern sich auch Andrej Hunko und Leo Deumens von den Linken, die das Inda Gymnasium am Mittwoch besucht haben, um sich vor Ort über die Situation der Flüchtlinge zu informieren. „Als wir gerade eingetroffen waren, kam eine Frau vorbei, die ihre Hilfe als Dolmetscherin für Arabisch anbot“, so Deumens.

„Etwas Ruhe“

Beeindruckt zeigten sich die beiden Politiker aber auch von der organisatorischen Leistung der Verwaltung, der Malteser, der Feuerwehr und anderer, die die Anweisung der Bezirksregierung Köln, gut 300 Flüchtlinge aufzunehmen, in kürzester Zeit umgesetzt haben.

Insgesamt stellten Hunko und Deumens eine zunehmend entspannte Atmosphäre fest. „Viele der vor Krieg und Verfolgung geflohenen Menschen haben eine teilweise monatelange Odyssee hinter sich und sind oft traumatisiert. Hier kommen sie nun nach langer Zeit zumindest wieder etwas zur Ruhe“, sagt Hunko.

Die beiden Politiker kritisieren aber auch die Landesregierung, die unzureichend auf die Entwicklung der Flüchtlingszahlen reagiert habe. „Die Verantwortlichen auf Landesebene hätten schon früher mehr Plätze im Bereich der Erstaufnahmeeinrichtungen schaffen müssen“, meint Deumens. Hunko verweist darüber hinaus auf das Versagen der europäischen Flüchtlingspolitik, die inhuman sei und auf Abschottung setze.

(gei)
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