Aachen: Flüchtlinge bald vielleicht doch in Turnhallen

Aachen : Flüchtlinge bald vielleicht doch in Turnhallen

Bis zum Freitag lag der Stadt Aachen noch kein Plan für den Abzug der knapp 300 Flüchtlinge aus dem Inda-Gymnasium in Kornelimünster vor. Dennoch gehen die Verantwortlichen davon aus, dass der Unterricht dort nach Ferienende in anderthalb Wochen planmäßig aufgenommen werden kann.

„Wir gehen fest davon aus, dass die Schule bis zum 7. August wieder frei sein wird“, sagt Evelin Wölk vom städtischen Presseamt. Dann bliebe noch knapp fünf Tage Zeit, um die Klassenräume und Hallen zum Unterrichtsbeginn herzurichten. Noch aber fehlen der Stadt jegliche Informationen seitens des Landes und der Bezirksregierung darüber, wann die Flüchtlinge andernorts untergebracht werden können.

Und offen ist auch, mit welchen Zuweisungen Aachen künftig rechnen muss. Noch vor wenigen Wochen ging die Stadt davon aus, bis Jahresende rund 2200 schutzsuchende Menschen aufnehmen zu müssen. Doch diese Prognosen seien längst überholt, meint Wölk. „Die Zahlen ändern sich tagtäglich.“

Sicher sei nur, dass sie deutlich höher als erwartet sein werden. Eben deshalb müssen sich Schulen und Vereine zumindest auf Einschränkungen bei ihren Schulsport- und Trainingsangeboten einstellen. Denn weiterhin kann nicht ausgeschlossen werden, dass Flüchtlinge kurzfristig auch in Turnhallen untergebracht werden müssen. „Das steht zur Diskussion“, sagt Wölk, „entschieden ist aber nichts.“

Geprüft werde weiterhin auch die Unterbringung in Bürogebäuden oder etwa auch in einem Bereich am Bushof. Zuletzt hatte die Stadt die Turnhalle Barbarastraße für die Unterbringung von Flüchtlingen bereitgehalten, die zwischenzeitlich aber wieder zurückgebaut wurde.

Wie in vielen anderen Städten will sich Aachen auf die Schnelle auch mit sogenannten Wohncontainern behelfen, die unter anderem an der Adenauerallee und in Haaren errichtet werden sollen. Vor allem in Haaren ist Bezirksbürgermeister Ferdinand Corsten bemüht, die Bürger frühzeitig zu informieren und auch ein Unterstützernetzwerk für die Flüchtlinge aufzubauen.

Eine Infoveranstaltung hat er für Mittwoch, 19. August, ab 19 Uhr in der Aula der Grundschule am Haarbach, Haarbachtalstraße 10, angesetzt, zu der auch Sozialamtsleiter Heinrich Emonts erwartet wird. Die Stadt bittet Interessenten möglichst um eine vorherige Anmeldung unter Telefon 0241/4328334 oder per E-Mail an bezirksamt.haaren@mail.aachen.de. Corsten hofft, „dass die bestehende Willkommenskultur in unserer Heimatstadt Aachen für die hilfesuchenden Flüchtlinge auch in Haaren weiter gelebt wird“.

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