Aachen: Flashmob-Flop in der FH-Mensa

Aachen: Flashmob-Flop in der FH-Mensa

Jeden Mittag ist es das gleiche Spiel: In der Mensa des Hauptgebäudes der Fachhochschule Aachen an der Eupener Straße strömen um Punkt halb zwölf hunderte Studenten aus den Hörsälen und Seminar-Räumen und gleich hinein in die Kantine.

Darin ist allerdings nur Platz für knapp mehr als 200 Studenten. Also gilt das Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Und der Rest muss sehen, wo er bleibt.

Viele Studenten müssen darum ausweichen. Einige gehen in die umliegenden Imbiss-Buden, andere pilgern in eine andere Mensa in der Bayernallee, dazu müssen sie eine gute Viertelstunde Fußweg einplanen. Zeit, die insbesondere Bachelor-Studenten wegen ihrer vollgepackten Stundenpläne nicht haben.

Der Fachschaftsrat des Fachbereichs Wirtschaft will sich nun dafür einsetzen, dass alle Studenten, die sich Tag für Tag im FH-Hauptgebäude aufhalten - etwa 2500 sind es - in Ruhe ihr Mittagessen zu sich nehmen können. Tijl Moreau vom Fachschaftsrat sagt: „Teilweise stehen die Studenten bis auf den Flur und essen dort im Stehen oder sitzen auf den Stufen. Das ist ganz einfach nicht zumutbar.” Er spricht damit für seine Kommilitonen, die täglich vor der Wahl stehen, sich in die überfüllte Mensa zu drengeln, oder doch lieber gleich auszuweichen.

Auf taube Ohren gestoßen

Schon häufiger, so sagt Moreau, habe man sich mit diesem Anliegen an das Studentenwerk gewendet. Bislang sei man dort aber auf taube Ohren gestoßen, es gebe kein Problem mit der Mensa, hieße es dort.

Um sich trotzdem Gehör zu verschaffen, hat der Fachschaftsrat Wirtschaft für den gestrigen Montag einen Mensa-Flashmob geplant: Bei Facebook wurden viele Studenten der Fachhochschule in eine geheime Gruppe eingeladen. Dort sollten sie mobilisiert werden - sie alle sollten sich um halb zwölf in der Mensa versammeln, alle Gänge und Wege verstopfen und so den Betrieb endgültig lahmlegen. „Wir wollen mit unserer Aktion den ganz normalen Wahnsinn simulieren, der hier täglich herrscht”, so Fachschaftsrats-Mitglied Anna Ludwig. Mit der Aktion solle aber nicht die Belegschaft der Mensa kritisiert werden - immerhin stehe die unter einem enormen Druck - vielmehr solle der Flashmob „ein Zeichen nach oben” sein, wie Moreau es formuliert. Schließlich ist es die Aufgabe des Fachschaftsrates, die Interessen der Studierenden zu vertreten.

Allerdings: Die Aktion wurde ein Flop. Die Mensa war zwar ausgesprochen voll, aber von der angekündigten Menschenmasse war weit und breit keine Spur. Der Grund: Zwei große Vorlesungen waren am Vormittag ausgefallen, weshalb einige hundert Studenten gar nicht erst zur FH gekommen waren. Zudem hatte die Belegschaft gute zwanzig Minuten früher mit der Essensausgabe begonnen, als es sonst üblich ist, und den Andrang so entzerrt. Die Mitglieder des Fachschaftsrates konnten ihre Enttäuschung darüber kaum verbergen, „offenbar ist es den meisten doch nicht so wichtig”, so Moreau.

In die Mensa gekommen war dagegen Ulrich Bendisch-Draffehn, Bereichsleiter Gastronomie des Studentenwerkes. Sein Statement: „Wir sehen nicht unbedingt Handlungsbedarf. Natürlich ist es so, dass es Spitzen gibt, an denen es überfüllt ist, aber wir haben hier genügend Plätze.”

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