Aachen: Flashmob der Seebrücke Aachen für Seenotrettung im Mittelmeer

Aachen: Flashmob der Seebrücke Aachen für Seenotrettung im Mittelmeer

Ein Mann übergießt sich mit Wasser, fällt zu Boden und bleibt liegen. Weitere Menschen tun nacheinander dasselbe. Dieses Bild bot sich Passanten Samstagmittag am Kugelbrunnen in der Aachener Innenstadt. Rund 30 Unterstützer der Seebrücke Aachen hatten sich zu einem Flashmob zusammengefunden, um gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung im Mittelmeer zu protestieren.

Die Teilnehmer breiteten Informationsblätter neben sich auf dem Boden aus, die über die aktuelle Lage im Mittelmeer informierten. Auf diesen stand beispielsweise: „629 Menschen sind im Juni 2018 im Mittelmeer ertrunken. Die Seenotrettungsschiffe durften nicht auslaufen.“

Appell an den Oberbürgermeister

Die Aktion sollte außerdem ein Appell an Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp sein. Philipp solle sich dem offenen Brief der Oberbürgermeister der Städte Köln, Bonn und Düsseldorf anschließen, forderten die Unterstützer der Kundgebung. In diesem Brief hatten sich die Oberbürgermeister gemeinsam für die Aufnahme in Not geratener Flüchtlinge ausgesprochen.

„Solche Aktionen sind ein Zeichen in die richtige Richtung“, fand einer der Passanten. Jedoch wurden am Samstag ganz unterschiedliche Standpunkte von Beobachtern deutlich. So hörte man auch viele kritische Stimmen. Solche provokanten Aktionen verschärften das aktuelle Klima der öffentlichen Diskussion, stellte etwa eine Frau fest. Trotz allem nahmen sich viele Passanten ausgeteilte Flugblätter und verfolgten interessiert die spektakuläre Szene.

Insgesamt blieben die Teilnehmer des Flashmobs rund eine halbe Stunde stumm und regungslos am Kugelbrunnen liegen. Diese Aktion war nach der Demonstration am vorherigen Wochenende die zweite von der Seebrücke Aachen organisierte öffentliche Kundgebung.

Die Seebrücke ist eine Organisation, die sich nach eigenen Angaben für Seenotrettung auf dem Mittelmeer und für Bekämpfung von Fluchtursachen einsetzt. An der Kundgebung am vergangenen Wochenende hatten sich unter dem Motto „Wir bauen eine Brücke zu sicheren Häfen!“ rund 1200 Menschen beteiligt.

Mehr von Aachener Nachrichten