Aachen: Film „Der Ernst des Lebens“: Werdegang von jungen Flüchtlingen

Aachen: Film „Der Ernst des Lebens“: Werdegang von jungen Flüchtlingen

Sie tauschen sich untereinander aus, sie lachen und sie haben Spaß: Junge Flüchtlinge erzählen von ihrem Leben, von ihren Berufen und von ihren Träumen. In ihrem Film „Der Ernst des Lebens“ rücken Miriam Pucitta und Michael Chauvistré erneut junge Flüchtlinge in den Mittelpunkt und beleuchten diesmal, wie es ihnen nach der ersten Eingewöhnungsphase heute in Deutschland geht.

„Gut“, möchte man sagen, auch wenn sie ihre Familien vermissen und zum Teil noch um die Anerkennung als Flüchtling kämpfen, wie beispielsweise Ibrahim Borry. Ibrahim arbeitet als Bäcker in einem Bio-Betrieb und bleibt gelassen, auch wenn sein Status noch nicht geklärt ist.

Überhaupt gehen die jungen Leute ihre Zukunftsplanung mit großem Engagement und großem Optimismus an. Abou Kone macht eine technische Ausbildung, auch wenn er dabei mit seinen Deutschkenntnissen hier und da an seine Grenzen stößt. „Für ein gutes Ziel braucht man auch viel Zeit“, sagt er, und: „Ich schaffe das.“ Dass die jungen Menschen schon unglaublich viel geleistet haben in ihrem Leben, bestätigt ihnen auch Norbert Greuel von der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen. Er sieht in ihnen eine große Bereicherung und kritisiert die Europapolitik der geschlossenen Grenzen.

Die Aachener Filmemacher Pucitta und Chauvistré haben zum Teil erneut die Flüchtlinge in den Fokus genommen, die schon in früheren Filmen wie „Eine Banane für Mathe“ oder „Gemeinsam einsam“ von ihrem Leben erzählt haben. Sie sind von der Offenheit begeistert, mit der sich die jungen Leute auch diesmal auf das Projekt eingelassen haben. „Der Ernst des Lebens“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Bürgerstiftung Lebensraum und des Internationalen Zeitungsmuseums. Es entstand in Kooperation mit den Niederlanden. So erzählen im Film auch Flüchtlinge über ihr Leben in Heerlen.

Laut Miriam Pucitta helfen die Filme, Ängste in der Bevölkerung abzubauen. Alle Flüchtlinge zeigen dabei, wie Integration geht. „Ihr seid Beispiele dafür, dass es klappen kann“, sagt Miriam Pucitta. Von der ersten Stunde an sorgte der Aachener Künstler Dieter Kaspari für die Musik in den Filmen. „Ich bin dabei, wenn es etwas Sinnvolles und Vernünftiges zu tun gibt“, sagt er über das Projekt.

(mas)