Aachen: Feuerwerk an Vielfalt: Diploma-Ausstellung der Grafikdesigner

Aachen : Feuerwerk an Vielfalt: Diploma-Ausstellung der Grafikdesigner

Die Ausstellung Diploma an der Fachhochschule (FH) Aachen gleicht einem Feuerwerk, ein Feuerwerk an Kreativität, Energie, Engagement und Ideen von jungen Menschen.

Bereits seit vielen Jahren werden zum Ende eines jeden Winter- und Sommersemesters an der FH Aachen im Fachbereich Gestaltung Abschlussarbeiten der Bachelor- und Masterstudenten in den Fächern Kommunikationsdesign und Produktdesign ausgestellt. Design, so betont es Professor Ralf Weißmantel vom Lehrgebiet Grafik-Design, ist dabei viel mehr als die Betrachtung und Gestaltung des Oberflächlichen. Die Abschlussarbeiten müssten gesellschaftliche Relevanz haben, ansonsten seien die Studierenden in der Wahl ihres Themas frei. Entstanden ist auch bei der Diploma zum Wintersemester 2017/18 eine vielseitige Ausstellung mit 45 Werken von 46 Studenten.

„Verschwindet Nemo?“

So widmet sich Anna Hermsdorf dem aktuellen Thema Überfischung und zeigt in ihrem Pavillon „Schrecken der Meere — Verschwindet Nemo?“ verschiedene Möglichkeiten, mit der Überfischung umzugehen.

In ihrer Masterarbeit setzten sich Romina Patt und Eike Töllner mit der Frage nach regionalen Lebensmitteln auseinander und konzipierten unter dem Titel „Umfeld“ ein vollständiges Liefersystem für regionale Lebensmittel.

Regionalität ist ohnehin eines der großen Themen. Nina Lynens Arbeit konnte bereits in Teilen in der Aachener Innenstadt bestaunt werden, denn unter dem Titel „Voll Printe!“ hat sie gemeinsam mit der Bäckerei Moss ein Konzept entworfen, die Aachener Printe nicht nur an Weihnachten zu vermarkten, sondern das ganze Jahr über. Nils Stigler beschäftigte sich mit der Aachener Industriegeschichte und hat ein komplettes Erscheinungsbild für das Tuchwerk entwickelt: ein Logo, Schriftbild und Entwürfe für Hefte, Flyer und Bücher.

Einige Projekte liegen voll im Trend, andere Projekte wollen eher Dinge herausstellen, die etwas in Vergessenheit geraten. Unter dem Titel „So klingt Made in Germany“ zeigt Elisa Degen eine von ihr ausgearbeitete Kampagne, um für Orgeln zu werben, und Holger Schumacher bewarb sich für seine Arbeit „Fachkraft: In Zustellung“ sogar als Paketzusteller.

Möbeldesigner setzen heute auf modulare Möbel, wie die Masterarbeit von Marcel Schultheiß zeigt. „Variado“ ist ein Modularsystem für Küchen, kann aber genauso gut in jedem anderen Raum genutzt werden. In seiner Küche ist jede Schublade und jeder Schrank ein Modul, alles lässt sich auseinanderbauen und wieder zusammenstecken und das auch mehrfach. So kann eine Küche problemlos während eines Umzugs mitgenommen werden. Ähnlich ist es mit der Bachelorarbeit von Edgar Huebert. Sein „Vario-Desk — Auf deine Art“ soll sich perfekt an die Bedürfnisse der Besitzer anpassen.

Auch das Leben in modernen Städten ist gleich von mehreren bearbeitet worden. Franziska Voegler beschäftigt sich in ihrer Arbeit „Urban Farming“ mit der Möglichkeit, Obst und Gemüse im urbanen Raum anzupflanzen, die „Koexistenz von Biene und Mensch“ beleuchtet Linda Nitsch ebenfalls aus der Perspektive des Städtebaus und der Stadtgestaltung und Charlotte Leah Johnson zeigt in ihrer Fotoarbeit „Der Strukturwandel in der Architektur — Glänzende Moderne trifft auf alte Häfen“ verschiedene Aspekte des Städtebaus.

Bereicherung für die Gesellschaft

Und dann ist da Lisa Lienigs „Neukonzeption der täglichen Zahnpflege“, die eine neue Art von Zahnbürste präsentiert. 20 Sekunden soll damit das Zähneputzen nur noch dauern. Bei so viel Kreativität ist es schade, dass die meisten Projekte aktuell rein fiktiv sind — viele von ihnen wären eine Bereicherung für die Gesellschaft.

Die Ausstellung Diploma im Boxgraben 100 ist noch am Samstag, 17. Februar, von 11 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Kommen darf jeder, der Eintritt ist frei.

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