Aachen: Feuertaufe bestanden: Aquis Plaza in sechs Minuten geräumt

Aachen: Feuertaufe bestanden: Aquis Plaza in sechs Minuten geräumt

Kleine Ursache, große Wirkung: Weil ein Lieferant im Untergeschoss des Aquis Plaza am Freitag kurz nach 15 Uhr einen Sprinklerkopf touchierte und abfuhr, wurde in dem fast 30.000 Quadratmeter großen Gebäude die Brandmeldeanlage ausgelöst, mit allen damit verbunden Konsequenzen.

Sofort wurden die Kunden über Band informiert, dass sie auf der Stelle das Center verlassen mussten, Polizei und Feuerwehr wurden verständigt, das Parkhaus gesperrt.

Zu diesem Zeitpunkt befanden sich zwischen 3000 und 4000 Menschen in dem Großkaufhaus, schätzt Center-Managerin Kathrin Landsmann. Sie wurden nach dem internen Notfallplan auf zwei Sammelplätze an der Stiftsumfahrung an der einen und dem Kugelbrunnen an der anderen Seite geleitet.

Das Ganze sei in weniger als sechs Minuten über die Bühne gegangen, im wahrsten Sinne des Wortes eine gelungene Feuertaufe: „Unser Dank geht an die Besucher und Mietpartner, dass sie in kürzester Zeit ruhig reagiert und das Center verlassen haben.“

Nach dem Ende des Alarms wurden sie wieder in das Gebäude gelassen, zunächst die Geschäftsleute und Beschäftigen, zwei Minuten später die Kunden. In wenigen Fällen habe es in der Gastronomie-Zone Beschwerden gegeben, wenn die Besucher das Essen schon bestellt hatten, es aber nicht verzehren konnten. Da habe man halt Gutscheine ausgestellt: „Das ist alles sehr diszipliniert abgelaufen. Wir haben viel Lob von der Polizei und der Feuerwehr bekommen.“ Durch die sprudelnde Sprinkleranlage sei nur geringfügiger Schaden in der Anlieferung entstanden.

Der Lkw-Fahrer, dem das Malheur passiert war, war der Schaden zunächst nicht aufgefallen, seine Kollegen machten durch Lichtzeichen die Verkehrskadetten aufmerksam, die zur dieser Zeit wieder mit 16 Mitgliedern im Einsatz war, und den Mann zur Seite winkten und informierten.

Die Feuerwehr rückte mit einem Löschwagen und einer Drehleiter an, für die auf der Umfahrung ebenfalls eine Rettungsgasse und ein Aufstellungsraum geschaffen werden musste. Die Wehr brauchte aber nicht einzugreifen, weil das Haus bei ihrem Eintreffen schon geräumt war. In der allgemeinen Aufregung würgte der Fahrer eines Gelenkbusses das Fahrzeug ab, wodurch der Lufttank beschädigt wurde. Das manövrierunfähige Gefährt musste dann umständlich aus der Kurve geschleppt werden.

Riesenstau auf dem Ring

Durch die Sperrung kam es zu gewaltigen Staus auf dem Grabenring. Michael Günter, Leiter der Verkehrskadetten: „Bis kurz nach 16 Uhr ging zwischen Bastei und Normaluhr nichts mehr.“ Am Donnerstag hatten 55.000 Interessierte das Aquis Plaza aufgesucht, die Frequenz am Freitag dürfte ähnlich hoch gewesen sein.

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