Aachen/Vaals: Feuer in leerstehendem Gebäude: Polizei prüft Verbindung zu weiterem Feuer

Aachen/Vaals : Feuer in leerstehendem Gebäude: Polizei prüft Verbindung zu weiterem Feuer

Es war Absicht. Das steht nun fest. Das Großfeuer, das am vergangenen Dienstag das ehemalige Bürogebäude des Zolls am Grenzübergang nach Vaals vollständig zerstört hat, ist absichtlich gelegt worden. Polizeisprecher Paul Kemen: „Wir gehen von eindeutiger vorsätzlicher Brandstiftung aus. Das haben die Ermittlungen, darunter auch Angaben von Zeugen, ergeben.“

Der Sachschaden an dem seit Jahren leerstehende Gebäude und sechs davor geparkten Pkw, die durch die enorme Hitzeentwicklung in Mitleidenschaft gezogen worden waren, wird inzwischen auf rund 160.000 Euro beziffert.

Schon am Dienstagabend beim gemeinsamen Einsatz der Feuerwehren aus Aachen und Vaals waren erste Vermutungen laut geworden, dass ein Feuerteufel gezündelt haben könnte, die Versorgungsleitungen des Gebäudes waren nämlich schon längst gekappt worden, von selbst konnte das Gebäude sich nicht entzündet haben.

Stückchen gelöst

Das Gebäude, eines von mehreren an der Grenze, ist wahrscheinlich in den 1970er Jahren errichtet worden, eine Art Container auf einem festen Fundament. Die damals als Dämmmaterial verbauten Asbestplatten sind bei dem Brand am vergangenen Dienstagabend — wie berichtet — freigelegt worden. Möglicherweise hatten sich Stückchen aus den Dämmplatten gelöst, weil die Feuerwehr Teile der Fassade und des Dachs geöffnet hatte, um weitere Glutnester zu löschen.

Am Montag war eine Firma unterhalb des Brandortes an der Grensstraat damit beschäftigt, einige Zentimeter des Bodens um das Gebäude abzutragen und in Säcke mit der Aufschrift „Achtung Asbest“ zu füllen, die in Container verfrachtet wurden. Die Herstellung der Erzeugnisse aus den krebserzeugenden Mineralfasern war in Deutschland Mitte der 1990er Jahre verboten worden.

Asbest ist nach Mitteilung der Vaalser Feuerwehr auch bei einem weiteren Brand freigekommen, der am Sonntagabend im von der Grenze Aachens knapp drei Kilometer entfernten Holset ausgebrochen war. Die Wehr musste gegen 19.30 Uhr zu dem leerstehenden Hotel Mergelland ausrücken, auch hier schlugen die Flammen in den Himmel.

Fast drei Stunden waren die Brandbekämpfer mit dem Löschen des Feuers beschäftigt, auch hier wurde den Anwohnern empfohlen, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Etwa ein Viertel des langgestreckten Gebäudes ist den Flammen zum Opfer gefallen, die Untersuchungen der Polizei führten am Montag noch zu keinem eindeutigen Ergebnis bezüglich der Brandursache.

Die Aachener Polizei wird jedenfalls ihre Erkenntnisse zu dem Brand an der Grenze weiterleiten. Sprecher Paul Kemen: „Wir arbeiten eng mit den niederländischen Kollegen zusammen.“ Hinsichtlich des Feuers in Holset werde die Aachener Kripo die Spurenlage mit den niederländischen Kollegen abgleichen. „Ob ein Zusammenhang der Brände besteht, kann derzeit noch nicht gesagt werden.“

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