Aachener Friedenspreis: Festakt für die Initiativen gegen Atomwaffen

Aachener Friedenspreis : Festakt für die Initiativen gegen Atomwaffen

Auf einen internationalen Preisträger muss der Aachener Friedenspreis in diesem Jahr zwar verzichten, dem Festakt zur Preisverleihung soll dies aber am Sonntag, 1. September, keinen Abbruch tun. Um 19 Uhr werden zwei Initiativen, die sich seit Jahren für den Abzug der Atomwaffen am Fliegerhorst Büchel einsetzen, in der Aula Carolina, Pontstraße, geehrt.

Den Preis werden Elke Koller für den Initiativkreis gegen Atomwaffen in Büchel und Marion Küpker für die Kampagne „Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt“ engegennehmen. Beide engagieren sich mit ihren Mitstreitern seit Jahren am Stützpunkt Büchel für eine atomwaffenfreie Welt und organisieren unter anderem auch immer wieder Blockaden und andere Protestaktionen gegen das Wettrüsten.

Vor Ort sei der Initiativkreis immer wieder Anfeindungen ausgesetzt, heißt es seitens des Friedenspreis-Vereins. „Statt vor den Bomben haben viele Menschen der Region Angst um ihre Arbeitsplätze.“ Rund 1000 Soldaten und etwa 600 Zivilbeschäftigte arbeiten im Fliegerhorst.

Überschattet wird die Preisverleihung in diesem Jahr von den Querelen um den ukrainischen Journalisten Ruslan Kotsaba, der ursprünglich als internationaler Preisträger ausgezeichnet werden sollte, dem der Preis per Vorstandsbeschluss dann jedoch aufgrund nachträglich bekannt gewordener antisemitischer Äußerungen wieder aberkannt wurde. Innerhalb des Vereins hat dies zu heftigen Differenzen geführt.

Der Festakt in der Aula Carolina steht wie immer allen Interessenten offen. Die Gäste werden von Halice Kreß-Vannahme begrüßt, das musikalische Rahmenprogramm steuert „Da Musica“ bei. Der Preis, der mit 2000 Euro dotiert ist, wird seit 1988 traditionell am sogenannten Antikriegstag – in Erinnerung an den Beginn des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 – verliehen. Die Laudatio hält in diesem Jahr die frühere Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD).

Wie in früheren Jahren werden die Feierlichkeiten zum Antikriegstag von einer Kundgebung am Elisenbrunnen eingeleitet, zu der in diesem Jahr allerdings nicht mehr der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), sondern das Antikriegsbündnis und der Friedenspreis aufrufen. Nicht näher benannte Redner wollen sich mit der Aufrüstung der Bundeswehr, den Nato-Manövern an der Grenze zu Russland und der „Eskalationspolitik der USA gegen den Iran“ befassen. Beginn ist um 18 Uhr. Anschließend ist eine Demonstration zur Friedenspreisverleihung in der Aula Carolina geplant.

Zum Rahmenprogramm der Preisverleihung gehört ferner ein Fahrradkorso, der bereits um 14 Uhr an der Lützowkaserne an der Trierer Straße beginnt und über eine etwa 14 Kilometer lange Strecke zur Kundgebung am Elisenbrunnen führen soll.

(gei)