Aachen: Fesselndes Kammerspiel: Dürrenmatts „Abendstunde im Spätherbst“

Aachen : Fesselndes Kammerspiel: Dürrenmatts „Abendstunde im Spätherbst“

Intendant Uwe Brandt und Regisseur Udo Schürmer versprechen „Hochspannung und höheren Puls“ bei Altmeister Friedrich Dürrenmatt (1921-1990). Der Schweizer hat — ähnlich wie Max Frisch — das deutschsprachige Theater erneuert und bereichert.

Stücke wie „Die Physiker“ oder „Der Besuch der alten Dame“ feierten Triumphe. Jetzt wird aus dem ursprünglichen Hörspiel „Abendstunde im Spätherbst“ ein fesselndes Kammerspiel — „wie gemacht für die kleine Bühne im Grenzlandtheater“, findet Regisseur Schürmer.

„Das Katz- und Mausspiel zwischen zwei Männern lebt auch von der tollen Sprache“, erklärt Uwe Brandt. Die Probe im braun-gelben Bühnen-Ambiente (Steven Koop) präsentiert die beiden Herren so unterschiedlich, wie sie nur sein können.

Der etablierte Autor und Nobelpreisträger Korbes „empfängt“ den scheuen Spießer Hofer, der sich seit Jahren mit den Werken des Schriftstellers befasst. Und der schon länger zu dem Schluss gelangt ist, dass die Morde in Korbes´ Romanen keineswegs erfunden seien… Ein berühmter Schriftsteller unter Verdacht?

Frank Büssing als Autor Korbes und Michael Gerlinger als Hofer genießen sichtlich das gefährliche Tauziehen der beiden Männer. Der akribische Buchhalter, der jetzt auch Privatdetektiv ist, und der weltberühmte Autor fechten ein gefährliches Duell aus. Man trinkt Whisky, man plaudert, doch die Situation spitzt sich immer weiter zu. Was ist Fantasie, was noch Wirklichkeit? Ein gefährliches Spiel oder lediglich ein harmloses Stalking? „Es gibt absurde und witzige Momente“ — so der Regisseur — sie verhindern aber nicht den Schrecken, wie schon die Probe zeigt. In 70 pausenlosen Minuten kann sich das Publikum selbst ein Bild der „mörderischen Veranstaltung“ machen.

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