Orden wider den tierischen Ernst: Fernsehvertrag mit dem AKV wird verlängert

Orden wider den tierischen Ernst : Fernsehvertrag mit dem AKV wird verlängert

Es hat ein bisschen gedauert, jetzt steht die Entscheidung fest: Die AKV-Sitzung „Wider den tierischen Ernst“ wird auch in den kommenden zwei Jahren vom WDR produziert und zumindest sicher im kommenden Jahr auch in der ARD zu sehen sein.

„Uns liegen die Themen Brauchtum und Ehrenamt sehr am Herzen“, sagt WDR-Unterhaltungschefin Karin Kuhn im Interview mit Christoph Velten.  Auch über die Einschaltquote ist die 53-Jährige keineswegs enttäuscht.

Frau Kuhn, die AKV-Sitzung „Wider den tierischen Ernst“ wird auch in den kommenden zwei Jahren vom WDR produziert und zumindest im kommenden Jahr auch in der ARD zu sehen sein. War das eine schwierige Entscheidung?

Karin Kuhn: Nein, gar nicht. Uns ist ganz wichtig, dass der WDR ein verlässlicher Partner für Brauchtum und Ehrenamt ist. Der Karneval ist da ganz bedeutend, auch weil er die Gesellschaft zusammenhält. Und Anbieter wie Netflix machen nun mal keinen Karneval.

Haben Sie die Sitzung im Fernsehen gesehen?

Kuhn: Ich habe sie im Fernsehen und live vor Ort gesehen.

Sie sind die Unterhaltungschefin des WDR. Haben Sie sich gut unterhalten gefühlt?

Kuhn: Ganz klar ja. In Aachen ist es natürlich besonders, weil die Sitzung eine politische Komponente hat. Da kann man Politiker mal in anderen Rollen erleben. Den einen darin mit mehr, den andere mit weniger Talent. (lacht)

WDR-Unterhaltungschefin Karin Kuhn. Foto: imago/Klaus W. Schmidt/Klaus W. Schmidt

Aber sind die Momente, wo Politiker versuchen witzig zu sein, wo sie vom vermeintlichen Sockel runtersteigen und in andere Rollen schlüpfen – ob als Sänger oder Büttenredner – nicht ein wenig aus der Zeit gefallen?

Kuhn: Man kann das nicht mehr mit den 50er oder 60er Jahren vergleichen. Damals konnte man Humor und Menschlichkeit im Amt zum Beispiel nur beim Orden exklusiv zelebrieren. Heute zeigen die Politikerinnen und Politiker diese Seite unmittelbar bei Instagram und Facebook. Trotzdem sind die Themen, die gerade in Aachen im Karneval angesprochen werden, von einer bundesweiten Relevanz. Wir können ja minutengenau sehen, wo die Zuschauerinnen und Zuschauer wegschalten und wo sie dranbleiben. An diesen Daten kann man ablesen, dass beispielsweise Kabarettisten, die eine Haltung, eine scharfe Zunge haben und sich so das bundespolitische Geschehen vorknöpfen, immer gut ankommen.

Das Interesse der Zuschauer lässt aber augenscheinlich nach. Bei im Schnitt nur noch 3,14 Millionen Zuschauer könnte man zu dem Schluss kommen, dass sich diese Form des Karnevals in der Krise befindet.

Kuhn: Ich möchte in keiner Weise von einer Krise im Karneval sprechen. Ganz im Gegenteil. Wir hatten auch Übertragungen aus anderen Städten, wo das Interesse gestiegen ist. Man muss sich jeden Abend individuell anschauen. Der Montag, an dem die AKV-Sitzung ausgestrahlt wird, ist auch immer ein Tag mit großer fiktionaler Konkurrenz. Und dann schalten eben – je nachdem – mal mehr und mal weniger Zuschauer ein. Mit der Quote über die gesamten 120 Minuten sind wir im Übrigen zufrieden, weil sie weit über dem liegt, was wir im Ersten sonst an einem Montagabend erzielen.

Zumindest von den Aachenern selbst wird mitunter beklagt, dass letztlich zu wenig Aachener Karneval in der ARD zu sehen ist. Der Schnitt, also die Hoheit über die endgültige Version, die im Fernsehen ausgestrahlt wird, liegt ja beim WDR …

Kuhn: Wenn Sie sehen, wie sich die Karnevalsberichterstattung im Ersten in den vergangenen Jahren entwickelt hat, stellen Sie fest, dass einige Sendungen verschwunden sind. So gab es früher beispielsweise noch den hessischen Karneval, auch der SWR hat sich zurückgezogen. In Köln, Düsseldorf oder Aachen ist das Besondere, dass dort Künstler auftreten, die – wie Guido Cantz oder Bernd Stelter – das ganze Jahr über bundesweit im Programm sind. Zudem gibt es noch eine Zweitaustrahlung der Sitzung in voller Länge im WDR-Fernsehen und in der Mediathek. Das ist eine gute Lösung.

Es ist also weniger Karneval in der ARD zu sehen…

Kuhn: Ja, aber das, was da ist, ist klar voneinander zu unterscheiden.

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