Ferienspiele Aachen: Lebenshilfe und evangelische Gemeinde arbeiten zusammen

Ferienspiele unter Nachbarn : Lebenshilfe und Auferstehungskirche ermöglichen neue Freundschaften

Seit vielen Jahren schon bieten sowohl die evangelische Gemeinde der Auferstehungskirche als auch der Familienentlastende Dienst (FeD) der Lebenshilfe Ferienspiele an. Lange Zeit unabhängig voneinander, doch vor einem Jahr haben sich die Organisatoren zusammengeschlossen und ein großes Tor in den Zaun gebaut, der die Nachbarn bis dahin voneinander trennte.

Das Tor steht während der Ferienspiele weit offen, so dass alle Kinder gemeinsam die Rasenflächen zum Toben und Spielen nutzen können. „Diese zwei Jungs kommen von uns drüben“, zeigt Martin Obrikat auf zwei Teilnehmer, „sie haben bereits Freunde gefunden und essen heute auf dieser Seite des Gartens mit“, freut sich der Pfarrer der evangelischen Gemeinde. Er steht auf dem Gelände des Lebenshilfe-Hauses, dessen Rasenfläche genau an die der Kirche grenzt. Um ihn herum sitzen etwa 30 Kinder und essen zu Mittag.

„Es war uns wichtig, dass wir keine Inklusion anordnen. Vielmehr haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, sich hier spontan zu begegnen“, sagt Sigrid Ophoff, Geschäftsführerin des FeD. An den von ihr angebotenen Ferienspielen nehmen 16 Kinder teil. Viele von ihnen sind Autisten, andere sitzen im Rollstuhl. Gemeinsam wird ihnen in den Ferien ein buntes Programm geboten, bei dem für jeden etwas dabei ist.

Mit einer drei zu eins Betreuung wird den Teilnehmern die Möglichkeit gegeben, den Tierpark zu erkunden, die Domschatzkammer zu besuchen oder einfach zusammen zu basteln.

In diesem Jahr stehen die Sommerferienspiele unter dem Motto „Was uns satt macht“. Nicht nur das Gelände, sondern auch das Motto teilen sich die Kinder der Lebenshilfe mit den rund siebzig Kindern der Auferstehungskirche.

In kleinen Gruppen beider Veranstalter werden unter anderem täglich Vor- und Nachspeisen im Küchenzelt vorbereitet. So begegnen sich die verschiedenen Teilnehmer nicht nur, sie lernen gemeinsam auch einiges über die Herkunft und die Herstellung von Nahrungsmitteln. Je nach Mobilität nimmt der FeD seine Schützlinge mit in Kaiser-Karls-Kräutergarten, auf einen Markt oder in einen Schrebergarten.

„Wir schaffen Freiräume für Menschen mit Handicap und deren Angehörige. Wir entlasten die Eltern und wollen den Kindern möglichst viel ermöglichen“, sagt Ophoff. Ihre Aufgabe ist nicht immer einfach, oft fehlt es an Freizeitbegleitern oder an nötigen Geldern. Deswegen freut sich die Lebenshilfe über jede Unterstützung wie die des Kuratoriums Kolpinghaus. Mit dessen Spende werden unter anderem Fahrtkosten abgedeckt.

Für den Herbst werden bereits die nächsten Ferienspiele vorbereitet. Zudem bietet der FeD in der zweiten Hälfte dieses Jahres eine Radtour, ein Seniorenwochenende, sowie eine Foto AG an. Zudem können Kinder bis 14 Jahre an einer neuen Musikgruppe teilnehmen. Alle informationen gibt es unter www.fed-aachen.de/programm-2018.