Aachen: Fastelovvendsschau der Prinzengarde: 1400 Jecken feiern

Aachen : Fastelovvendsschau der Prinzengarde: 1400 Jecken feiern

„Ich bin immer zufrieden, wenn die Leute zufrieden aus dem Saal gehen.“ Und das tat die überwiegende Mehrheit der knapp 1400 Jecken im ausverkauften Europasaal am frühen Sonntagmorgen nach der Oecher Fastelovvendsschau der Prinzengarde.

Dirk Trampen, Kommandant der berittenen Leibgarde seiner Tollität Prinz Karneval, durfte sich also bestätigt fühlen, als er nach vierstündiger Sitzung durch das Foyer des Eurogress schritt. Schließlich sei alles so gelaufen, wie er sich das vorgestellt habe. „Immerhin ist keine Nummer ausgefallen“, sagte Trampen erleichtert.

Die Prinzengarde ist da: Und auch das neue Tanzpaar Janine Wolff und Sandro Gallazini hat seinen großen Auftritt. Foto: Martin Ratajczak

Schlechte Akustik im Saal

Die Oecher Fastelovvendsschau ist die einzige Sitzungsveranstaltung der Prinzengarde. Denn für den Rest der Session begleiten die aktiven Offiziere der Garde den Karnevalsprinzen bei seinen Auftritten in Aachen. Foto: Martin Ratajczak

Das war im vergangenen Jahr noch anders, als das Tanzkorps Rheinveilchen den Weg aus Köln nach Aachen nicht gefunden hatte und den Prinzengarden-Kommandanten zu einem längeren Monolog auf der Bühne zwang.

Der war diesmal also nicht nötig, zumindest nicht von Dirk Trampen. Und das war auch gut so. Denn der einzige Wortbeitrag des Abends geriet zum Reinfall. Emma aus Emsdetten — vor Jahresfrist bei der Galasitzung der Oecher Penn noch einer der Höhepunkte — litt deutlich unter der schlechten Akustik im Saal. Denn Jecke, die nichts verstehen, fangen beinahe zwangsläufig selbst an zu reden, so dass die Büttenrede von Sabine Hollefeld im immer lauter werdenden Gemurmel glatt unterging. „Das war eindeutig ein Problem mit unserer Tonanlage“, entschuldigte sich Dirk Trampen hinterher.

Dabei hatte die Sitzung mit „Hurra tsching bumm“, dem Einmarsch der Prinzengarde sowie dem Tanz des neuen Tanzpaares Janine Wolff und Sandro Gallazini, die wesentlich sicherer wirkten als bei der Prinzenproklamation an gleicher Stelle 24 Stunden zuvor, gut begonnen, bevor die Druckluft Marching Band buchstäblich für noch mehr Druck sorgte.

Der Saal tanzte zu dem fetzigen Big-Band-Sound der Truppe aus Bonn, die somit das Motto der Prinzengarde für ihre 106. Session „Tradition ist bewahrter Fortschritt, Fortschritt ist weitergeführte Tradition“ eindrucksvoll bestätigte. Denn die 16 jungen Musikerinnen und Musiker boten eine perfekte Mixtur aus Partysound und Karneval. Und das kam im Saal prima an.

AKV-Schautanzgruppe

Nach Emma aus Emsdetten musste die Schautanzgruppe des Aachener Karnevalsvereins (AKV) unter der Leitung von Bernd Marx die Stimmung erst wieder mühsam aufbauen, was anschließend De Boore aus Köln mit ihren Hits erfolgreich fortsetzten, bevor der Aachener Karnevalsprinz Michael II. mit Hofstaat und vier seiner aktuellen Prinzenlieder an die Stätte seiner Proklamierung zurückkehrte.

Nach dem Tanzcorps Die Westerwaldsterne wagte die Prinzengarde mit der Rebel Tell Band erneut den Spagat zwischen Tradition und Moderne. Und der gelang. Denn die vier Musiker aus Wesel überzeugten das Publikum mit ihrem „Schlagerbilly“-Sound, mit dem sie Hits wie „Atemlos“, „1000 Mal belogen“ oder „Das schöne Mädchen von Seite 1“ völlig neu interpretierten. Und um fast fünf vor zwölf kamen dann noch die 4 Amigos, die in gewohnter Manier für einen stimmungsvollen Abschluss sorgten.

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