Aachen: Fastelovvendschau: Ein kunterbunter Abend für die Öcher Seele

Aachen: Fastelovvendschau: Ein kunterbunter Abend für die Öcher Seele

Ein „heißer Abend“ war‘s. Für die 1400 Zuschauer im pickepackevollen Eurogress. Für die Künstler im Scheinwerferlicht auf der Bühne. Und für Dirk Trampen. „Das war heute alles mit heißer Nadel gestrickt“, sagte der Kommandant der Prinzengarde nach der mehr als vierstündigen Fastelovvendschau im ausverkauften Europasaal am frühen Sonntagmorgen.

Fast alle Künstler seien quasi erst im letzten Augenblick angekommen — und einer sogar überhaupt nicht. Und damit ist nicht mal der vermeintliche Stargast Jürgen Drews gemeint, der ja schon kurz vor Weihnachten seinen Auftritt bei der Prinzengarde zugunsten eines Fernsehengagements abgesagt hatte.

Prinzengarde der Stadt Aachen, Öcher Fastelovvendsshow, Eurogress, Monheimsallee 48 Foto: Martin Ratajczak

„In so einem Fall muss man halt umstrukturieren“, sagte Trampen mit der Gelassenheit eines langjährigen Kommandanten, der als Öcher Karnevalsprinz von 2010 das jecke Geschäft zudem bestens kennt. Also wurde umstrukturiert: Die Kapelle der Prinzengarde, die, wie Trampen verriet, für den Notfall immer bereitsteht, füllte die Lücke und Prinz Mike I. durfte einfach etwas früher als geplant auf die Bühne. Und schon war die Abwesenheit von Mr. Tomm überspielt. „Das war doch mehr als ein guter Ausgleich“, sagte Dirk Trampen Stunden später — freilich mit der Gewissheit, dass alles gut geklappt hatte.

Prinzengarde der Stadt Aachen, Öcher Fastelovvendsshow, Eurogress, Monheimsallee 48 Foto: Martin Ratajczak

Auf den Aachener Karnevalsprinzen ist halt Verlass. Eine Woche nach seiner Proklamation an gleicher Stelle zeigte er mit seinem Hofstaat schon erstaunliche Entertainerqualitäten, vor allem beim eher ruhigen Stück „Kenger va os Stadt“, das er mitten im Publikum sang. Außerdem präsentierte er erstmals sein neues Video zu „Öcher Style“ als besonderes Geschenk für „seine“ Prinzengarde, die ihn als Leibgarde schließlich bis Aschermittwoch begleiten wird.

Für Stimmung sorgten unter anderem die Hermes House Band (Bild oben), die vier Amigos (Bild links) und die Kammerkätzchen und Kammerdiener aus Köln. Foto: Martin Ratajczak

Insgesamt aber präsentierte sich die Fastelovvendschau so, wie man es erwarten durfte: mit mehr Party als Karneval. Traditionell kurz nach der Prinzenproklamation am Jahresanfang scheint das Publikum noch regen Gesprächsbedarf untereinander zu haben, was es besonders für Redner schwer macht, sich im Saal durchzusetzen. Das weiß natürlich auch Dirk Trampen und die Prinzengarde. Deshalb gab es am Samstagabend mit Christian Pape nur einen Wortbeitrag im Programm. Und obwohl der Wegberger nach dem Aufmarsch der Prinzengarde samt sehr schönem Paartanz von Sandro Gallazini mit seiner neuen Partnerin Inga Dahlen sowie der Auftaktnummer der Swinging Fanfares aus Düsseldorf sehr früh am Abend auftrat, hätten seine — mitunter auch politischen - Witze, Lieder und Pointen mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt, als das Publikum offenbar zu investieren bereit war.

Rock und Schlager begeistern

Sei‘s drum. Der Rest war Musik und Party und kam gut im Saal an. Vor allem die Kölner Band Tacheles begeisterte mit rockigen Karnevals- und Schlagernummern, wobei sich die fünfköpfige Band dank ihrer musikalischen Qualitäten die Stimmung im Saal erarbeitete und schließlich mit der einzigen „Rakete“ des Abends belohnt wurde.

Nach dem Tanz der Kammerkätzchen und Kammerdiener aus Köln folgte dann der Jürgen-Drews-Ersatz, die Hermes House Band — allerdings ohne Band. „Die Grundformation der Hermes House Band“, erklärte Dirk Trampen anschließend, „das sind die beiden Sänger Miss Sally und Jop.“ Wären sie komplett siebenköpfig aufgetreten, erläuterte der Kommandant weiter, „hätte das bis zu einer halben Stunde Aufbau bedeutet“. Also fehlten die übrigen fünf Bandmitglieder. Doch auch Miss Sally und Jop sorgten im Duett mit ihren bekannten Partyversionen von „Ring of Fire“ über „Country Roads“ bis zum Alemannia-Torjingle „I will survive“ für ordentlich Stimmung.

Die Amigos toppen alles

Und selbst die wurde anschließend noch getoppt. Natürlich durch die dem Publikum bestens bekannten 4 Amigos. „Sie werden bei der Fastelovvendschau immer das Finale bestreiten“, kündigte Trampen an, „weil sie das beste sind, was Aachen im Karneval zu bieten hat.“

Das nächste Mal also am 12. Januar des kommenden Jahres — bei der Fastelovvendschau 2019.

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