Aachen: Fan-IG will Unbelehrbare künftig ins Abseits stellen

Aachen: Fan-IG will Unbelehrbare künftig ins Abseits stellen

Nach dem „Kölmel-Deal“ ging dann alles ganz schnell. Mehr als zwei Stunden hatten die Alemannia-Mitglieder am Montagabend über den Vergleichsvorschlag des Rechtehändlers Michael Kölmel mit dem Mutterverein diskutiert und ihm schließlich ihren Segen erteilt.

Zu den restlichen Tagesordnungspunkten der Jahreshauptversammlung gab es dann keinen Gesprächsbedarf mehr — der allerletzte aber heimste zu vorgerückter Stunde den größten Applaus an diesem Abend ein.

André Bräkling, der Sprecher der Interessengemeinschaft der Alemannia Fans und Fan-Clubs (Fan-IG), war ans Rednerpult im Europasaal des Eurogress getreten und hatte einen wunden Punkt der Alemannia-Geschichte angesprochen. „Wir haben in jüngster Vergangenheit leider immer wieder Ausschreitungen von Alemannia-Fans erlebt. Es wird Zeit, dass diese Personen isoliert werden“, sagte er in den aufbrandenden Beifall hinein. Und als Zeichen dafür lud er die anwesenden 394 Alemannia-Mitglieder — aber natürlich nicht nur die — ein, am Mittwoch, 11. September, 20.45 Uhr eine Lichterkette rund um den Tivoli zu bilden.

„Es gibt leider immer wieder Personen, die auffallen“, erläuterte Bräkling knapp 14 Stunden später am Dienstagmittag im Gespräch mit den „Nachrichten“ diese Aktion. Er betonte dabei, dass der Fan-IG nicht um den Ausschluss bestimmter Gruppen oder Fanclubs gehe, zumal die genaue Zuordnung der Personen ohnehin schwierig sei. Es gehe vielmehr um Einzelne, die wie „neulich in Essen erneut Böller gezündet und damit für einen traurigen Höhepunkt gesorgt haben“.

Dort habe zwar auch die Polizei durch ihr überhartes Einsteigen ihr Scherflein zur Eskalation bergetragen. „Aber letztlich waren es die gezündeten Böller, die die Situation erst heraufbeschworen haben“, so Bräkling, worunter schließlich auch friedliche Aachener Fans hätten leiden müssen. Für André Bräkling steht fest: „Es reicht jetzt.“

Die Lichterkette soll ein erstes öffentliches Zeichen dafür sein, „dass diese wenigen Personen nicht zu uns gehören“, kündigte der IG-Sprecher an. Doch deren Isolation solle sich auch bei Stadionbesuchen und Auswärtsfahrten fortsetzen. „Wir wollen getrennt anreisen und uns bewusst — auch räumlich — von diesen Personen distanzieren.“ Denn die schädigten nicht nur den Verein durch die Geldstrafen, sondern auch die anderen Abteilungen und letztlich sogar die komplette Stadt, „weil wir auswärts nur als ,die Aachener‘ wahrgenommen werden“.