Aachen: Familienstreit endet für Schwarzfahrerin im Gefängnis

Aachen : Familienstreit endet für Schwarzfahrerin im Gefängnis

„Pragmatisch, ungewöhnlich - aber effektiv.“ So lautet das polizeiliche Fazit einer interfamiliären Streitschlichtung, zu der es in der Nacht zu Montag gekommen ist.

Eine 26-jährige Frau hatte die Polizei kurz nach Mitternacht nach Haaren gerufen. Innerhalb der Familie gab es Meinungsverschiedenheiten, die zwischenzeitlich „lauthals und zeitgleich vorgetragen wurden“. „Bevor eine weitere Eskalationsstufe gezündet wurde, sprich, es zu einem handfesten Schlagabtausch überging, rief eine der Beteiligten die Polizei“, geht aus dem Bericht der Polizei hervor.

Die kam dann auch, schlichtete und stellte neben der Ruhe auch die Ordnung wieder her. Sie überprüfte die Anwesenden im Fahndungscomputer. „Reine Routine“, wie der Schreiber des Berichts betont. Allerdings landeten die Beamten überraschenderweise einen Fahndungstreffer: Die 26-Jährige wurde per Haftbefehl gesucht. 20 Tage Haft hatte sie wegen Schwarzfahren abzusitzen.

Gegen die sofortige Bezahlung von knapp über 400 Euro hätte sie der Haft entgehen können. Entweder konnten oder wollten die Umstehenden das Geld nicht zusammenlegen: Also ging die Frau in Haft. „Für die Polizei ein Erfolg in zweifacher Hinsicht. Die Ruhe war wieder hergestellt und - man hatte einen Fahndungstreffer erzielt“.

Die Geschichte war damit aber noch nicht vorbei: Wenig später, die 26-Jährige hatte ihre Zelle noch gar nicht richtig bezogen, erschien ihre Mutter in der Wache. Sie wolle ihre Tochter „freikaufen“ und legte die 400 Euro auf den Tisch. „Die bekam daraufhin ihre Freiheit wieder und den Rat, nicht wieder in besagte Wohnung zu gehen“, endet der Polizeibericht.

(red/pol)
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