Aachen: Familienpaten durchlaufen Präventivschulung „Sexueller Missbrauch“

Aachen : Familienpaten durchlaufen Präventivschulung „Sexueller Missbrauch“

Die Familienpaten, das ist eine echte Erfolgsgeschichte. Frauen und Männer, die regelmäßig etwas Zeit erübrigen können, schenken diese Stunden Familien in Aachen. Sie verbringen Zeit mit den Kindern, und im Idealfall halten sie Müttern und Vätern den Rücken frei und stehen ihnen mit ihrer Lebenserfahrung zur Seite.

Die Familienpaten, das ist auch eine Geschichte, die sehr viel mit Vertrauen zu tun hat. Die Eltern müssen ihren Familienpaten großes Vertrauen entgegenbringen. Schließlich sind die Ehrenamtler zunächst wildfremde Menschen. Und natürlich stellen Mütter und Väter sich Fragen: Kann ich dieser Person meine Kinder anvertrauen? Wie kann ich sicher sein, dass es nicht zu sexuellen Übergriffen kommt? Auch die Ehrenamtler haben Fragen und womöglich Bedenken, mit welchen Situationen sie in den Familien konfrontiert werden.

„Dieses Thema nehmen wir sehr ernst“, sagt Eva-Maria Wagner. „Unsere Paten gehen als Fremde in ein sehr sensibles, intimes System. Aber die Bereitschaft der Ehrenamtler ist groß, sich diesen Fragen zu stellen.“ Gemeinsam mit Marion Scheins koordiniert Wagner die Fachstelle Familienpatenschaften. „Es ist unsere Aufgabe, bei diesem Thema möglichst für Sicherheit zu sorgen“, sagt sie.

Natürlich wird jede Familienpatin, jeder Familienpate in Aachen in ausführlichen Gesprächen auf Herz und Nieren geprüft. Seit 2014 ist aber auch eine sechsstündige Präventionsschulung zum Thema „Sexueller Missbrauch“ Pflicht. Arbeitsgrundlage ist die Präventionsordnung des Bistums Aachen. Gerade hat die sechste Schulung stattgefunden. „Damit haben nun alle unsere 78 Familienpaten, darunter 15 Männer, die Fortbildung durchlaufen“, bilanziert Scheins.

Rosi Platzmann leitet die Schulungen. Sie ist Kommunikationstrainerin und Referentin für Präventionsschulung, sie ist aber auch selbst als Familienpatin im Einsatz. Unter ihrer Anleitung setzen sich die Paten zum Beispiel mit Nähe und Distanz auseinander und der Frage, wie eine angemessene Beziehung zu den „Patenkindern“ gestaltet werden kann. Rosi Platzmann übt mit den Patinnen und Paten, wie sie Grenzsetzungen von Kindern sensibel wahrnehmen und wie sie Kinder in deren Selbstbewusstsein stärken können. „Wie können Kinder in ihrem Leben vor Übergriffen geschützt werden, um diese Frage geht es“, sagt Platzmann.

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