„Prädikat Familienfreundlich“ verliehen : Fünf ausgezeichnete Vorbilder

Das „Prädikat Familienfreundlich“ zeichnet alljährlich Menschen - ganz gleich welchen Alters und welchen Geschlechtes - aus, die sich in besonderem Maße für Familien eingesetzt haben.

„Die Gesamtschule Brand ist eine Schule mit einer großen Vielfalt an Nationen und Farben“, hob Bürgermeisterin Margrethe Schmeer hervor, als dort jetzt fünf Initiativen mit dem „Prädikat Familienfreundlich“ ausgezeichnet wurden. Die Schüler und Schülerinnen der Gesamtschule gestalteten den Rahmen für die Preisverleihung, begrüßten die Gäste mit einem Reigen aus unterschiedlichen Sprachen und sangen eine Hymne auf die individuellen Charakteristika eines jeden Einzelnen. „Familien sind uns wichtig“, betonte Schmeer, bevor sie das Prädikat insgesamt fünf Mal vergab. Und die Preisverleihung solle auch andere Gruppierungen, Betriebe oder Initiativen motivieren, familienfreundlich zu agieren.

In besonderem Maße gelungen

Nach Meinung der Jury ist dies der Sozialraumkonferenz Kornelimünster-Walheim in besonderem Maße gelungen. Sie sorgte dafür, dass alle Kinder im Südraum ein Mittagessen bekommen, auch wenn die Eltern das nicht immer bezahlen können. 2005 wurde das Projekt „Gegen Kinderarmut im Südviertel“ gegründet und seitdem wurden 50 000 Euro Spendengelder gesammelt, um die Aktion zu finanzieren. Mit im Boot sitzen der Verein für Jugendhilfe und das Hilfswerk des Zeitungsverlags „Menschen helfen Menschen“.

Das Familienmagazin King Kalli hat sich nach Meinung der Jury als Informationsschrift für die Familie einen Namen gemacht. Das Magazin zeige Kindern und Familien Qualitäten der Stadt und der Region auf und mache sie entsprechend attraktiv, heißt es in der Beschreibung der Jury. Herausgeberin Birgit Franchy nahm die Auszeichnung persönlich entgegen.

Kontaktpflege der Klassenoma

Die Brander Bürgerin Resi Rußy und die Klasse 8.6 der Gesamtschule Brand verbindet eine ganz besondere Beziehung. Die ältere Dame wohnt in Sichtweite der Schule und winkte den Schülern in ihrem Klassenzimmer zunächst immer mal wieder zu. Inzwischen ist daraus ein reger Kontakt entstanden: Resi Rußy und die Schüler feiern gemeinsam ihren Geburtstag und auch Weihnachten.

„Resi Rußy ist unsere ‚Klassenoma‘“, sagen die Schüler stolz. Und das sei vor allem auch für diejenigen unter ihnen wichtig, die keine Oma hätten. Die Klasse selbst hat die ältere Dame als Preisträgerin vorgeschlagen, und die Jury zögerte nicht, Resi Rußy und auch die Schüler mit dem „Prädikat Familienfreundlich“ auszuzeichnen.

Kindern einen erfolgreichen Start ins Schulleben zu ermöglichen, hat sich die Aachener Projektgruppe des Vereins „Tatort-Straßen der Welt“ auf die Fahnen geschrieben. Er sorgt dafür, dass Kinder aus sozial schwachen Familien einen Schulranzen bekommen, auf den sie stolz sein können. Die Vergabe funktioniert so, dass die Kinder nicht erfahren, dass es sich um eine Spende handelt. Über 23 000 Euro konnten in Aachen seit dem Start des Projektes vor zwei Jahren eingenommen werden. 425 hochwertige Ranzen inklusive Federmäppchen, Turnbeutel und allem, was sonst noch nötig ist, konnten bislang vergeben werden.

„Für ein zukunftsfähiges Aachen soll die Situation von Familien im Mittelpunkt stehen“, betonte Margrethe Schmeer. Das „Prädikat Familienfreundlich“ ist demnach ein Mosaikstein im Gesamtbild einer familienfreundlichen Stadt Aachen.

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