Aachen: „Fall Krenkel“ ist in Laurensberg nun vom Tisch

Aachen : „Fall Krenkel“ ist in Laurensberg nun vom Tisch

Nun ist der „Fall Krenkel“ wohl endgültig vom Tisch — und zwar mit dem ausdrücklichen Segen aller Fraktionen, die sich Mittwoch Abend in der Bezirksvertretung Laurensberg an der Aussprache zur umstrittenen Neujahrsrede von Bezirksbürgermeister Christian Krenkel beteiligt haben. Lediglich CDU und FDP meldeten sich nicht zu Wort.

Zu Beginn der Aussprache, die auf Antrag der Grünen in die Tagesordnung aufgenommen worden war, wiederholte Krenkel seine Entschuldigung für seine umstrittene Wortwahl. „Ich stelle fest, dass ich mit meiner Rede Menschen beleidigt und vielleicht auch verletzt habe. Dafür möchte ich mich entschuldigen, denn das war nicht meine Absicht.“ Vielmehr habe er als Christ im Spannungsfeld zwischen Glaubens- und Meinungsfreiheit für mehr Respekt, Toleranz und Gelassenheit im Zusammenleben der Religionen im Bezirk Laurensberg werben wollen.

„Allerdings waren meine Worte nicht glücklich gewählt, sie waren teilweise falsch und missverständlich“, räumte der CDU-Politiker gegenüber den Bezirksvertretern und einem knappen Dutzend interessierten Bürgern ein. Außerdem müsse er rückblickend einsehen, dass man sehr wohl einen Unterschied machen müsse zwischen der Äußerung seiner privaten Meinung und einer Rede als Bezirksbürgermeister.

Krenkel hatte unter dem Eindruck der Terroranschläge von Paris beim Neujahrsempfang unter anderem erklärt, dass er als Christ „in dem islamischen Glauben kaum Gutes erkennen“ könne.

In der Aussprache nahmen Vertreter von Grünen, SPD und Linken die Entschuldigung Krenkels ausdrücklich an. Karin Schmitt-Promny (Grüne) betonte aber nochmals, dass er als Bezirksbürgermeister mit seiner Rede keineswegs die Meinung des Bezirks vertreten habe.

Angesichts eines breiten Spektrums von Christen, Muslimen und anderen Religionsgemeinschaften „können wir hier keine Rede gebrauchen, die bestimmte Menschen ausschließt“, so Schmitt-Promny. Ihre Parteikollegin Petra Perschon-Adamy hätte eine Schweigeminute für besser geeignet gehalten, Krenkels Botschaft auszudrücken, „die in ihrer Rede wirklich nicht deutlich geworden ist“. Auch habe sie konkrete Beispiele des religiösen Miteinanders in Laurensberg vermisst. „Aber das kann man vielleicht noch nachholen.“

Norbert Plum, der sich als Laurensberger SPD-Ratsherr an der Aussprache beteiligte, nahm Krenkels Entschuldigung ebenfalls an. „Ab heute sollten wir nach vorne schauen“, sagte Plum, „in der berechtigten Hoffnung, dass so etwas nicht mehr vorkommt.“ Georg Biesing erklärte für die Linke: „Für mich ist die Sache jetzt erledigt.“