Fairtrade-Stadt: Aachen will dasSiegel behalten

Von: Joel Teichmann
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Zahlreiche Akteure setzen sich dafür ein, dass Aachen Fairtrade-Stadt bleiben soll. Dafür werden in diesem Monat drei Aktionstage organisiert. Foto: Ralf Roeger

Aachen. In der Gastronomie und im Einzelhandel ist immer wieder von diesem Spagat die Rede: der Preis auf der einen Seite und der faire Handel auf der anderen. Aachen macht den Spagat vor allem in eine Richtung: Hin zum fairen Einkauf. So wurde die Stadt bereits 2011 als eine von 450 Fair­trade-Towns ausgezeichnet.

Doch Fairtrade-Stadt zu sein ist das eine, eine solche auch zu bleiben das andere. Alle zwei Jahre muss der Status nämlich überprüft werden, also auch 2017. Die Steuerungsgruppe Fairtrade-Town Aachen veranstaltet aus diesem Grund drei Aktionstage im Mai.

Doch was bedeutet „fairer Handel“ überhaupt? „Es soll die Handelspartnerschaft mit Ländern stärken und fairer machen“, erläutert Wilfried Wunden, Referent für Fairen Handel bei Misereor. Den meisten bekannt sind daraus folgende Fairtrade-Produkte wie Kaffee oder Kleidung. Doch auch beispielsweise Blumen stammen inzwischen häufig aus Afrika und werden deshalb als „faire“ Variante angeboten.

Auch die „faire Aachener Printe“ existiert bereits in Filialen der Bäckerei Moss. „Fairtrade ist mittlerweile ein eigener Wirtschaftszweig“, meint Wunden.

An genau diesem Wirtschaftsbereich beteiligt sich Aachen nunmehr intensiv seit sechs Jahren. Und das ist kein leichtes Unterfangen. Um sich überhaupt Fairtrade-Stadt nennen zu dürfen, müssen nämlich fünf Kriterien erfüllt werden: Erstens muss die Kommune dahinterstehen und selbst faire Produkte bei Sitzungen anbieten, zweitens eine Steuerungsgruppe entwickelt werden. Außerdem muss der örtliche Einzelhandel, Schulen und die Medien daran beteiligt sein.

Konkret verkaufen heute mehr als 50 Aachener Geschäfte und 30 Gaststätten fair gehandelte Produkte – weitaus mehr als noch vor einigen Jahren. „Die Thematik hat hier an großer Bedeutung gewonnen“, erklärt Fritz Bock, Geschäftsführer des Weltladen Aachen, der Teil der Steuerungsgruppe ist. Um die Aufmerksamkeit zu erhöhen, werden deshalb verschiedene Aktionen gestartet.

Am Samstag, 6. Mai, gibt es mitten in der Altstadt das „Faire Frühstück für alle“, bei dem hochwertige – und vor allem faire – Produkte unter freiem Himmel genossen werden können. Der Veranstaltungsort wurde kurzfristig vom Markt auf den Münsterplatz verlegt. Eine Woche später können sich Besucher beim „Weltladentag der Offenen Tür“ über ein faires Buffet und eine Straßentheateraktion freuen.

Am Samstag, 27. Mai, kann Shopping mit kostenlosem Kaffeetrinken verbunden werden. In vielen Geschäften der Altstadt und an der mobilen Espressobar vor dem Rathaus wird der „Aachen-Café Amistad“ angeboten.

Ob sich Aachen dann auch im nächsten Jahr noch als Fairtrade-Stadt betiteln darf, wird Mitte September entschieden. Dr. Mona Pursey, Sprecherin der Steuerungsgruppe, ist da jedenfalls jetzt schon sehr zuversichtlich: „Ich gehe davon aus, dass es „Ja“ heißen wird.“

Die einzelnen Veranstaltungen: Faires Frühstück für alle am Samstag, 6. Mai, von 11 bis 13 Uhr auf dem Münsterplatz; Weltladentag der Offenen Tür am Samstag, 13. Mai, von 11 bis 15 Uhr im Weltladen, Jakobstraße 9; kostenloser „Aachen-Café Amistad“ am Samstag, 27. Mai, von 10 bis 18 Uhr in der Altstadt.

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