Einladung zur ersten Messe : Ein Hebel gegen die Armut in der Welt

„Der Kunde kann heute alles haben, wenn er bereit ist ein bisschen mehr zu zahlen“, sagt Manfred Piana, Märkte- und Aktionskreis City (MAC), mit Blick auf das Angebot fair gehandelter Waren in Aachen. Und wie groß dieses Angebot tatsächlich ist, soll die erste Fairtrade-Messe in der Aula Carolina zeigen.

Am Samstag, 31. August, präsentieren hier Aussteller wie „Weltweit am Dom“, „Yucca Design“ und „Accept Reisen“ zwischen 11 und 18 Uhr die ganze Vielfalt des Siegels „Fairtrade“. „Und wir wollen damit vor allem auch die ansprechen, die sich bislang noch nicht so sehr für das Thema interessieren“, sagt Piana weiter.

„Wenn wir alle fair handeln würden, dann gäbe es keine Armut mehr in der Welt“, zeigt sich Bürgermeisterin Hilde Scheidt überzeugt. Sie freut sich, dass inzwischen so viele Akteure in Aachen an einem Strang ziehen, um die Menschen für den fairen Handel zu sensibilisieren. Ralf Rossbruch hat erst jüngst an der Elisabethstraße eine kleine Boutique mit fair gehandelten Produkten eröffnet. Als Textilhändler ist er nach eigenen Erzählungen immer wieder mit den Produktionsbedingungen in Asien konfrontiert worden und war erschüttert. „Heute zeigen wir in unserem Laden, unter welchen Bedingungen unsere fairen Waren produziert werden“, sagt er. Und bei der Herstellung von Bio-Baumwolle brauche es wesentlich weniger Wasser als bei den gängigen Methoden, erzählt er weiter. Die Leute für die Idee des fairen Handels zu begeistern, ist seiner Meinung nach der Weg zum Erfolg.

Stadt ist mit dabei

„Die Stadt Aachen ist seit 2011 Fairtrade-Stadt und kann stolz darauf sein“, sind sich die unterschiedlichen Akteure einig. Und laut Mona Pursey vom Eine-Welt-Forum liegt der Fairtrade-Gedanke derzeit ganz im Trend. Gerade junge Menschen sind demnach offen dafür, über alternative Konzepte nachzudenken. Und das Eine-Welt-Forum mache sich derzeit Gedanken über das „ideale, faire Wirtschaftsunternehmen“, so Pursey.

Unter dem Motto „So geht fair shoppen“ werden Ende August in der Aula Carolina also rund 25 Geschäfte und Fairtrade-Akteure die ganze Vielfalt des Angebots verdeutlichen. „Und ein afrikanischer Künstler aus Simbabwe wird vor den Augen der Zuschauer an einer Steinskulptur arbeiten“, erzählt Thomas Bürgerhausen von Weltweit am Dom. Die Bäckerei Moss übernimmt an diesem Tag das „Fairtrade-Café. Zudem können unter anderem fair gehandelte Weine aus Chile und Cocktails mit fair gehandelten Zutaten probiert werden.

Auch faires Reisen

Auch das Thema „Reisen“ kommt laut Dagmar Müller von Accept Reisen schon lange nicht mehr am „Fairtrade-Gedanken“ vorbei. Sie organisiert entsprechend Reisen, bei denen ein Großteil des ausgegebenen Geldes im jeweils besuchten Land bleibt. Der nachhaltige Umgang mit dem Reiseland steht bei ihr im Mittelpunkt.

Und auch wenn all die angebotenen Waren in der Regel ein bisschen teurer sind als die herkömmlichen, sind alle Anbieter überzeugt: „Die Investition lohnt sich allemal.“ Denn die Produkte seien oft langlebiger und wegen ihrer Geschichte eben etwas ganz Besonders. Informationsstände von „Regionale Resilienz“, „Fairphone Aachen“, Fairtrade University Katho Aachen, Stadt Aachen und von Einhard- und Inda-Gymnasium, beide „Fairtrade Schools“, machen das Angebot komplett.

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