Aachen: „Faire Woche“: Mehr Chancen für die Menschen im Süden

Aachen : „Faire Woche“: Mehr Chancen für die Menschen im Süden

Produzenten und Konsumenten zusammenbringen: Diese Absicht steckt hinter dem Aachenbesuch zweier Frauen aus Palästina. Im Rahmen der „Fairen Woche“ erzählten sie am Montag im Haus der Evangelischen Kirche von den Chancen, die ihnen der „Faire Handel“ bietet.

Fida Abdallah und Ibtissam Musa legten ihr Augenmerk auf die Situation der Kleinbauern im israelisch kontrollierten Westjordanland und erzählten von neuen Perspektiven, die ihnen der faire Handel bietet.

In ganz Deutschland beschäftigen sich Organisationen und Einrichtungen während der „Fairen Woche“ bis zum 29. September mit dem Motto „Fairer Handel schafft Perspektiven“. Und um genau diese Perspektiven ging es beim Vortrag der beiden Palästinenserinnen. Sie erzählten, wie es möglich war, eine eigene Genossenschaft zu gründen.

Am Samstag, 23. September, lädt der Weltladen, Jakobstraße 9, von 11 bis 15 Uhr zum Tag der Offenen Tür ein. „Dabei wird ein Buffet mit Köstlichkeiten aus aller Welt präsentiert“, meint Siegbert Gossen, Vorstand Weltladen. Zusammengestellt wird es aus Produkten, die es im Weltladen gibt. „Der Absatz von Lebensmitteln und Kunsthandwerk zu fairen Konditionen ermöglicht Millionen von Kleinbauern und Handwerkern im globalen Süden, ihre Situation aus eigener Kraft zu verbessern“, meinen die Vertreter des Weltladens.

Beim Tag der Offenen Tür sind die Besucher eingeladen, sich selbst ein Bild von den fair gehandelten Produkten zu machen. Für musikalische Unterhaltung sorgt „I Finton“, ein Musiker aus Simbabwe, der seit 2014 in Aachen lebt. Und obwohl der Absatz von fair gehandelten Produkten in den vergangenen Jahren durchaus gestiegen sei, sei der faire Handel in Deutschland immer noch eine Nische, meint Heiner Grysar, Weltladen Aachen. Andere Länder wie Österreich, Belgien oder England seien Deutschland da weit voraus. Er ist überzeugt davon, dass der „Faire Handel“ eine effektive Maßnahme ist, um den Armutskreislauf zu bekämpfen und Fluchtursachen zu beseitigen.

Neben dem Verkauf fair gehandelter Produkte legt der Weltladen einen Schwerpunkt auf die Bildungsarbeit. Demnach kommen immer wieder Schulklassen in den Laden, um sich vor Ort mit dem fair gehandelten Angebot vertraut zu machen. Beim Tag der Offenen Tür bekommen alle Besucher die Möglichkeit, diese Produkte gleich zu verkosten. Im vergangenen Jahr war dabei der „Frühstückskuchen mit Datteln“ der große Renner.

Diesmal gibt es sicher auch Speisen aus Maftoul, dem palästinensischem Couscous. Eine der Referentinnen aus Palästina produziert mit ihrer Genossenschaft genau dieses Korn. Und dabei geht es ihr vor allem auch darum, palästinensischen Frauen einen festen Platz in der Gesellschaft zu geben. „Denn das ist alles andere als selbstverständlich“, meint auch Grysar.

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