Exponate aus aller Welt an der Pontstraße

Ausstellung im Zeitungsmuseum : Aachener Fotograf zeigt Porträts seiner Weltreisen

Klaus Herzog fotografiert seit seiner Ausbildung am Essener Folkwang-Institut Menschen in aller Welt. Mehr als sechzig Länder hat er bereist, darunter Papua-Neuguinea, Russland und Peru. Ein Teil seines Werks ist ab Freitag im Internationalen Zeitungsmuseum (IZM) zu sehen.

Herzog schaut sich zufrieden in seiner Ausstellung um. „Viele sehen das anders, aber die Abzüge heute sind einfach viel besser als früher.“ Nichts mit „Vintage“ also, obwohl viele seiner Bilder bereits in den siebziger Jahren aufgenommen worden sind. Alle Porträts sind in schwarz-weiß aufgenommen. Das macht sie besonders ausdrucksstark.

„Wir haben regelmäßig Fotoausstellungen. Das Foto ist in Zeiten von Instagram und Facebook immer relevant und ist ein wichtiger Teil von Zeitung,“ sagt Andreas Düspohl, Leiter des Museums. Dass er jetzt einen lokalen Fotografen für eine Ausstellung gewinnen konnte, freut ihn.

„Mir hat der Raum gefallen, als ich in der Ausstellung von Henri Cartier-Bresson war“, erzählt Herzog. „So kam es, dass wir jetzt zusammenarbeiten.“ Die Ausstellung des französischen Fotografen Cartier-Bresson war eine der letzten Fotoausstellungen im IZM. Herzog entwickelte die Idee, seine Arbeiten für Zeitungen und kirchliche Einrichtungen jetzt im Zeitungsmuseum auszustellen.

Besucher können sich auf einen sensiblen Blick des Fotografen auf Menschen aus aller Welt freuen. Herzog hat viel für Adveniat, Missio und andere Einrichtungen der Katholische Kirche gearbeitet, aber auch mehrere Reisereportagen für Tageszeitungen bebildert. In der Ausstellung sind mehrere dieser Artikel zu sehen. „Der Fotograf hat einen sensiblen Blick für das Menschliche“ sagt Andreas Düspohl. Herzog selbst findet, dass Bilder vor allem Zeit brauchen. „Heute stürmen die Leute einfach so durch die Gegend und fotografieren wild umher. So arbeite ich nicht.“ Meistens war Herzog wochenlang unterwegs, hat nicht nur fotografiert, sondern ist intensiv gereist.

Seine Ausbildung hat Klaus Herzog am Essener Folkwang-Institut bei Prof. Otto Steinert gemacht. „Viele meiner Freunde sind damals im Ruhrgebiet geblieben. Da gab es genug Fotografen, auch wenn wir in der Ausbildung nur knapp 30 Leute waren“ sagt er. Die Nähe zu Paris und London hat ihn an Aachen gereizt und irgendwann wollte er dann nicht wieder weg. Wer Klaus Herzog kennenlernen möchte, kann die Eröffnung am kommenden Freitag um 18 Uhr besuchen. Am 20. Februar und 20. März führt er Besucher selbst durch die Ausstellung. Am 10. April gibt es eine weitere Führung von Andreas Düspohl. Das IZM ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Die Ausstellung von Klaus Herzog ist bis zum 5. Mai zu sehen.

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