Aachen: Experten begutachten nostalgisches Spielzeug im Couven-Museum

Aachen : Experten begutachten nostalgisches Spielzeug im Couven-Museum

Es schlummert bei vielen Leuten seit Jahren auf dem heimischen Dachboden oder im Keller: altes Spielzeug aus der Jugend oder sogar aus noch älteren Tagen. Für den Laien stellt sich bei den einstigen Wegbegleitern wie Teddybär oder Puppe dann oft die Frage: Ist das eigentlich Ramsch, oder steckt darin womöglich ein echter Sammlerwert? Eine Antwort konnten Interessierte am Sonntag im Couven-Museum bekommen.

Im Rahmen der Ausstellung „Holzpferd, Puppe, Zinnsoldat — Historisches Spielzeug auf fünf Jahrhunderten“ (bis 9. September) begutachteten Experten kostenlos das antike Spielzeug der Besucher.

Zeigt her euer Lieblingsspielzeug: Die Schätzaktion mit Birgit und Horst Poestgens im Couven-Museum stieß auf enorme Resonanz. Foto: Heike Lachmann

Horst und Birgit Poestgens betreiben in Übach-Palenberg ein Auktionshaus und haben sich auf Spielwaren spezialisiert. Und am gestrigen Aktionstag im Museum gab es für das Inhaberpaar jede Menge zu tun. Der Andrang war groß: Es hatten so viele Leute ihre Schätzchen herausgekramt, dass sich zwischenzeitlich eine Schlange vom Festsaal bis fast ins Treppenhaus bildete.

Vor allem Puppen hatten viele von ihnen dabei, um deren Wert schätzen zu lassen. Exemplare unterschiedlichster Größen und mit verschiedener Bekleidung wurden dem Kennerblick der Experten unterzogen: Die Puppe mit langen blonden Haaren und rosa Kleid ebenso wie die Figur eines Jungen in beigefarbener Uniform und mit Schirmmütze. Viele der Kleinode aus Porzellan oder Celluloid stammten von Marken wie Simon & Halbig oder Schildkröt, die zu den bekanntesten deutschen Puppenherstellern zählen.

Aber auch Stofftiere legten die Gäste zahlreich den Poestgens zur Begutachtung vor, wie zum Beispiel einen kleinen Steiff-Teddy aus den 20er Jahren. Die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Gisela Schäffer, schaute dem regen Betrieb gespannt zu: „Es ist auch für uns spannend, weil wir so Vergleichsstücke zu unseren Ausstellungsstücken sehen.“ So stellte etwa eine Dame gleich eine ganze Reihe von Holzspielzeug-Miniaturen aus dem Erzgebirge auf den Tisch der Experten — eine Eisenbahn, Figuren, Autos, Lastwagen und sogar ein Riesenrad und ein Karussell.

Eine Wissenschaft für sich

Birgit Poestgens weiß, womit bei Auktionen die höchsten Preise erzielt werden: „Besonders französische Puppen und altes Blechspielzeug von Marken wie Märklin haben oft einen hohen Wert“. Das Begutachten und Einschätzen des Werts ist indes eine kleine Wissenschaft für sich. „Es ist schwer zu erklären. Nach 30 Jahren Erfahrung haben wir einfach einen geschulten Blick für Material, Alter, Schnitt und so weiter“, sagte sie. Einen wichtigen Anhaltspunkt bieten beispielsweise Serien- und Modellnummern auf den Köpfen der Puppen.

Horst Poestgens war während der gesamten zweistündigen Aktion im Dauereinsatz und wusste viel zu den Spielwaren zu erzählen. Am Ende resümierte er: „Ich hätte ehrlich gesagt gar nicht mit so viel Andrang gerechnet. Aber viele Leute wissen eben gar nicht, was sie da so zu Hause haben.“ Einige von ihnen dürften darauf nun eine fachkundige Antwort erhalten haben.

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