Aachen: Event mit Hochspannung: RWTH-Wissenschaftsnacht begeistert

Aachen : Event mit Hochspannung: RWTH-Wissenschaftsnacht begeistert

Die ganz große Hochspannung samt Blitz und Feuer, Tipps auf dem Weg zum Glück, faszinierende Roboter, leuchtende Chemikalien und musikalisch begleitete fantastische Lasershows — die RWTH-Wissenschaftsnacht „5 vor 12“ hatte einmal mehr eine spektakuläre Mischung zu bieten. Und das zog auch am neuen Schauplatz, dem Hörsaalzentrum C.A.R.L. an der Claßenstraße, wieder rund 6000 Besucher quer durch alle Generationen an.

Seit 2003 findet die Veranstaltung jährlich am zweiten Freitag im November statt. Wissenschaft in ungewöhnlicher Form zu ungewöhnlicher Zeit präsentieren — diese Idee steckt dahinter. „Wissenschaft für alle Generationen auf unterhaltsame Art verständlich und greifbar zu machen, ist das Ziel des breiten Angebots an spannenden Vorträgen, Filmvorführungen und kabarettistischen sowie musikalischen Beiträgen“, erklärte der Rektor der RWTH Aachen, Ernst Schmachtenberg, bei seiner Begrüßung im mit 1000 Zuhörern voll besetzten größten Hörsaal.

Vor allem die vielen Experimente machten die Wissenschaftsnacht zu einem spannenden Event für die ganze Familie.

Fliehkraft in einer Salatschleuder

„Das Smartphone als Physik-Labor“ präsentierte Dr. Sebastian Staacks in seinem Vortrag mit Experimenten. So kann man mit dem allzeit bereiten gerät beispielsweise die Geschwindigkeit eines Fahrstuhls messen, Gläser zerspringen lassen, die Sprunghöhe eines Balls bestimmen oder die Fliehkraft in einer Salatschleuder untersuchen. Die eigens an der RWTH entwickelte App „phyphox“ macht das Verblüffende möglich.

Doch es gab noch viel mehr zu entdecken. „Wo geht es denn hier zum Glück?“, fragte die Evangelische Studierendengemeinde im Seminarraum 1 die Besucher. In einem Labyrinth konnten diese selbst feststellen: Den „richtigen“ Weg im Studien- und Berufsalltag zu finden, ist eine Herausforderung. Dabei sind Verzögerungen und Umwege unvermeidbar und Hindernisse und Grenzen, die von außen gesetzt werden, zwingen zu Richtungsänderungen.

Wie man Blut blau leuchten lassen kann, zeigte Stefanie Langenstück vom Schülerlabor für Chemie auf dem Campus Melaten. „Wir arbeiten hier mit Fluoreszin, das gibt einen schönen Hingucker“, erklärte Langenstück, die mit ihrem Team auch eine magische Flasche mit grüner Flüssigkeit präsentierte, die sich unter einer bestimmten Lichtquelle plötzlich rot verfärbte. Ein paar Schritte weiter begeisterten im Foyer das neue Elektroauto e.Go und ein Rennwagen der Formula Student.

Neben Familien mit Kindern und vielen jungen Leuten, die sich über das Studienangebot informierten, waren auch viele Alumni anzutreffen. Für die Ehemaligen war es interessant, sich einen Überblick über das neue Hörsaalgebäude und die Veränderungen auf dem Campus zu verschaffen. Wer einmal wissen wollte, wie es sich anfühlt, im Dunkeln über den RWTH-Campus Innenstadt zu gehen, wenn einmal keine Studierenden unterwegs sind, für den war die Entdeckungstour genau das Richtige. Die Tourguides erläuterten, was sich hinter den Fassaden abspielt, wo welche Forschung und Ausbildung betrieben wird, und was noch für die Zukunft geplant ist.

Und auch der Roboterclub Aachen faszinierte Jung und Alt mit seinen Vorführungen; das Hochschulradio sorgte mit seinen Djs für den richtigen Sound.

Knalleffekte und unzählige Blitze

Zu den Highlights einer jeden Wissenschaftsnacht gehört der Jahrmarkt der Fachgruppe Physik. Auch in diesem Jahr wurden die Besucher wieder durch spannende und aufschlussreiche Experimente in das Reich der physikalischen Phänomene entführt. Unter dem Motto „Physik zum Anfassen“ wurde der Besucher selber zum Experimentator und erlebte schwebende Supraleiter, Feuertornados und Haarsträubendes.

Hingucker und Knalleffekte garantierte die überaus stark frequentierte Hochspannungsshow. Das Elms-Feuer, das Nordlicht, unzählige Blitze und die statisch aufgeladenen Haare einer freiwilligen Probandin begeisterten die Zuschauer. Hier klärte sich auch die Frage, was gefährlicher ist: Strom oder Spannung. Eine schöne Abrundung bildete die Mira-Lasershow.

Unter der künstlerischen Leitung des Produzenten Michael Ramjoué bot sich ein Spektakel aus Laser, Licht und Klang. Die Lichtbilder bewegten sich verblüffend synchron zur Musik durch den Raum. Durch einen Kunstnebel sichtbar gemacht, erzeugten hochauflösende Laserprojektoren ein faszinierendes Kaleidoskop an Farben und Formen.

Dreidimensional im Raum waren künstliche Horizonte, bewegte Wellen, fantastische „Lichtbilder“ und verblüffende Effekte aus Lichtskulpturen, die sich zum Anfassen real um die Zuschauer herum bewegten—- diesmal zur Musik unter dem Titel „You are not alone“. Für die insgesamt vier Shows bildeten sich lange Warteschlangen, ebenso wie bei den Aufführungen mit Blitz und Co, denn Hochspannung war an diesem Abend garantiert.

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