Evangelische Kreissynode in Aachen

Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises : Viele kleine Schritte für den Frieden

Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises stand unter dem Leitgedanken „Frieden geht anders“.

„Frieden geht anders“ hatte sich der Evangelische Kirchenkreis Aachen zum Jahresthema gewählt. Fast ein Jahr lang haben Menschen in den Gemeinden und Einrichtungen Erfahrungen mit dem Thema gemacht. Der Leitgedanke war auch ein Schwerpunktthema der diesjährigen Kreissynode, die Freitag und Samstag in Aachen stattfand. Rund 150 Delegierte aus den zehn Gemeinden des Kirchenkreises nahmen an der Synode teil.

Das Thema Frieden begleite den Kirchenkreis bereits seit 2016, erläuterte Superintendent Hans-Peter Bruckhoff in seinem Resümee der Kreissynode. Das Bild vom gerechten Krieg habe sich im 21. Jahrhundert überholt, sagte Bruckhoff. Eine Kirche des gerechten Friedens zu werden, hat sich die Evangelische Landeskirche im Januar zum Ziel gesetzt. „Frieden geht anders“, der Leitgedanke des Evangelischen Kirchenkreises Aachen, hat diese Zielsetzung aufgegriffen.

Dahinter stehe eine innere Haltung, unterstrich Bruckhoff. Es sei ein Prozess, der vieler kleiner und konkreter Schritte bedürfe. Dazu gehöre, anderen Menschen mit Respekt zu begegnen, auch andere Meinungen auszuhalten, richtig zu streiten. „Wir müssen nach dem Vorbild Jesu dahin kommen, dem anderen zu signalisieren, dass er etwas anderes sein kann als ein Feind“, sagte Bruckhoff. Viele „tolle, konkrete Projekte“ habe es dazu im vergangenen Jahr im Kirchenkreis gegeben.

Allein bei Veranstaltungen des Evangelischen Bildungswerkes zum Jahresthema hatten mehr als 1000 Menschen teilgenommen. Eine Ausstellung, ein Dreiländertag, den Protestanten aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden gemeinsam feierten, sowie ein jüdisch-christlich-muslimischer Trialog griffen das Thema auf. Die Seite www.frieden-geht-anders-aachen.de hat alle Projekte zum Jahresthema zusammengefasst.

Ein friedfertiger Mensch sein, also den Frieden zu verfertigen, bedeute auch, Fehler einzugestehen. In diesem Jahr jährt sich das Ende des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal. Vergangene Woche hatte eine Aachener Delegation, begleitet von der Aachener Bürgermeisterin Marianne Conradt und einer Fahnenabordnung der Bundeswehr aus der Lützow-Kaserne, die britische Partnerstadt Halifax anlässlich der Gedenkfeierlichkeiten zum „Rememberance Day“ zum Ende des Ersten Weltkriegs besucht.In einem Gedenkgottesdienst kritisierte Pfarrer Jens-Peter Bentzin die kriegstreiberische Position der evangelischen Kirche.

Bewegende Momente in Halifax

An bewegende Momente erinnert sich auch Reverend Canon Hilary Barber, der mit drei weiteren Gästen aus Halifax der Synode einen Gegenbesuch abstattete: „Deutsche und britische Soldaten, die Seite an Seite dem Kriegsende gedachten, hat mich sehr bewegt.“ In seiner Heimat gehen die Menschen mit dem Brexit ungewissen Zeiten entgegen. Barber ist es wichtig, die Menschen zu begleiten, egal, wie sie abgestimmt haben. Er betonte, gerade jetzt sei es wichtiger denn je, zusammenzuarbeiten. „Die englische und die deutsche Kirche haben untereinander Freunde gewonnen. Wir haben Brücken für neue Partnerschaften gebaut. Wir sehen, dass sich Europa verändert, die Rechte ist erstarkt, Kanzlerin Merkel zieht sich zurück. Wir können aber nur gemeinsam die Zukunft gestalten.“

Das Friedensthema wird auch die kommenden Jahre die Arbeit des evangelischen Kirchenkreises prägen. Eine wichtige Säule dabei ist die Arbeit des evangelischen Bildungswerkes, eine weitere ist der Dialog der Religionen.

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