Aachen: Europäische Filmkultur geballt in einer Woche erleben

Aachen : Europäische Filmkultur geballt in einer Woche erleben

Eine Tüte Popcorn, ein bequemer Stuhl, im besten Fall ein netter Sitznachbar und ein guter Film — so könnte ein gemütlicher Abend im Kino aussehen. Und wer davon nicht genug bekommen kann, hat die Möglichkeit, das ganze in Aachen sogar vom 6. bis 12. November auf die Spitze zu treiben.

Denn im Rahmen des Lux-Filmfestivals werden binnen sechs Tagen gleich zehn internationale Filme gezeigt — die drei besten hintereinander am Finaltag. Und als Sahnehäubchen können die Zuschauer bei einem anschließenden Votum auch noch ihre Einschätzung abgeben und somit ein wenig Einfluss auf das Endergebnis und somit den Sieger des Festivals nehmen. „Wir wollen damit mehr Aufmerksamkeit auf wirklich tolle Filme lenken“, sagt Sabine Verheyen, Europaabgeordnete und Schirmherrin der Veranstaltung. „Aachen hat ein neues Festival und was könnte eine Kulturdezernentin mehr freuen“, fügt Susanne Schwier, Kulturdezernentin, hinzu.

Mit dem Lux-Filmfestival haben sich die Organisatoren zum Ziel gesetzt, die Vielfalt der europäischen Filmkunst einem breiten Aachener Publikum zu präsentieren. Schließlich sind Filme aus Polen, Spanien, Finnland, Deutschland, Belgien und den Niederlanden dabei. In Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament, der Stadt Aachen, der Karlspreisstiftung und dem Capitol-Kino wollen die Veranstalter nach dem ersten Europäischen Filmsonntag im vergangenen Jahr nun ein weiteres Veranstaltungsformat in Aachen anbieten.

Alle Filme werden in der Originalversion mit deutschen oder englischen Untertiteln gezeigt, die ersten sieben im Eden-Palast, die drei Finalfilme im Capitol. „Wenn man Vielfalt europäischer Filmkultur sehen will, dann doch wohl in der Originalsprache“, sagt Verheyen. Im Anschluss an die Veranstaltungsreihe wird Schirmherrin Verheyen das Votum der Aachener mit nach Straßburg nehmen und bei ihrer Abstimmung im Europäischen Parlament berücksichtigen. Die Abgeordneten wählen schließlich die Gewinner des Lux-Filmpreises. Der Film, der den Preis erhält, wird auch für hör- und sehbehinderte Menschen produziert und beim internationalen Vertrieb unterstützt. Bisherige Gewinner des Preises, der seit 2007 vergeben wird, waren unter anderem „Toni Erdmann“, „Mustang“ und „Io sono Li“.

„Die Filmkultur in Europa ist ein wichtiges kulturelles und wirtschaftliches Element“, so Verheyen weiter. Und Schwier ist der Meinung, dass Aachen genau der richtige Ort sei, um diese Filmkultur auszuleben. „Hier gibt es viele interessierte und kinooffene Bürger. Außerdem haben wir tolle Kinos und sind eine zutiefst europäische Stadt.“ Das Publikum, so habe die Erfahrung gezeigt, sei „aufgeschlossen für europäische Filmkunst“, ergänzt Bernd Vincken, Geschäftsführer der Stiftung internationaler Karlspreis zu Aachen.

Und nun gebe es die Gelegenheit, die Filme vorab zu sehen. „Es ist eine Genießerwoche“, so Schwier. „Geballt in einer Woche, damit sind wir einzigartig“, fügt Verheyen hinzu.

„Eine Sprache, die jeder versteht“

Zwischen 100 und 200 Filme werden laut den Organisatoren in der Regel für den Lux-Filmpreis eingereicht. Eine 21-köpfige fachkundige Jury hat unter allen Teilnehmern zehn Filme für die offizielle Auswahl und schließlich drei Filme für das Finale ausgewählt. Die drei Finalisten-Filme werden zudem nicht nur in Aachen gezeigt, sondern in allen 24 Amtssprachen der EU untertitelt und im Zuge der „Lux Film Days“ in den 28 EU-Mitgliedstaaten gezeigt. Die teilnehmenden Filme dürfen zudem nicht bereits bei einem anderen Filmfestival den ersten Platz belegt haben. „Mit den Filmen möchten wir Kultur näher bringen in einer Sprache, die jeder versteht“, so Verheyen.

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