Aachen: Eurogress schreibt gute Zahlen und denkt über Expansion nach

Aachen: Eurogress schreibt gute Zahlen und denkt über Expansion nach

Die Erfolgsgeschichte des Eurogress scheint noch lange nicht zu Ende geschrieben. Von Jahr zu Jahr verbessern sich die Zahlen, auch im Jahr 2017 wurde das geplante Ergebnis zum Jahresabschluss um knapp 100.000 Euro verbessert.

209 Veranstaltungen gab es im vergangenen Jahr allein im Eurogress, 74 im Tivoli und zwölf auf dem Bendplatz — macht unterm Strich insgesamt 295. Im Eurogress stoßen die Veranstalter damit aber beinahe schon an die Grenzen.

„Aus kapazitiven Gründen ist man hier am Ende. Wir werden den Fokus vor allem auf den Bendplatz und den Tivoli legen“, sagte Klaus-Dieter Jacoby, Vorsitzender des Betriebsausschusses Eurogress bei der Jahrespressekonferenz am Dienstag in der Veranstaltungsstätte an der Monheimsallee.

Schließlich sei man in der Vergabe der Räumlichkeiten auch irgendwann begrenzt. Wie passend, dass da bald über den Verbleib des Neuen Kurhauses gleich nebenan beschieden werden soll. „Wir werfen seit Jahren unsere Augen darauf. Interesse besteht durchaus. Das Thema ist bei der Stadt Aachen derzeit im Fluss. Lassen wir uns überraschen, was passieren wird“, so Jacoby weiter.

Laut Manfred Sicking, Beigeordneter Wirtschaftsförderung, Soziales und Wohnen der Stadt Aachen, würden derzeit viele Nutzungsmöglichkeiten diskutiert. Ende April solle das Ergebnis des Gebäudemanagements vorliegen. Mehr könne er zu dem Thema nicht sagen. Bis dahin erfreut man sich des guten Ergebnisses und der Stadt Aachen als wichtigen Kongressstandort.

Laut einer Anfragenstatistik, die für das Eurogress seit 2012 geführt wird, wisse man nun mehr über die Kunden und deren Herkunft. Allein 48 Prozent kamen damals aus Aachen. Aus der Städteregion waren es weitere neun Prozent und aus der Ecke Köln, Bonn, Düsseldorf 14 Prozent. Deutschlandweit kamen noch 27 Prozent hinzu, lediglich zwei Prozent der Kunden waren international.

Wichtig für Geschäftsführerin Kristina Wulf war dabei zu sehen, dass „wir trotz Randlage wahrgenommen werden“. Und das eben über die Grenzen Aachens hinaus. Ein guter Kunde für Kongresse sei stets die RWTH, umso erfreulicher sei es, dass sich 2017 sowohl Ford als auch die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) mit je einer großen Veranstaltung einquartierten. Das Kongressgeschäft liefe laut Wulf gut.

Allein im Eurogress gab es 2017 88 Tagungen und Kongresse, im Tivoli gab es ebenfalls 39. Hinzu kommen die zwei Messen ZAB und die Aachener Caravan & Camping Messe (ACC) auf dem Bendplatz. „Wir sind kein internationales Kongresszentrum, aber ein gut aufgestelltes nationales“, so Wulf.

Dass Aachen gut ankommt, zeigt sich auch am Tivoli. „Nachdem wir seit 2015 Planungssicherheit für den Tivoli haben, haben sich die Besucherzahlen und der Umsatz im Veranstaltungsbereich kontinuierlich gesteigert“, so Sicking. Im Jahr 2014 waren es 23.500 Besucher, 2017 bereits 35.900. Der Umsatz stieg von 680.000 Euro im Jahr 2014 um 20 Prozent auf 842.000 Euro im vergangenen Jahr.

„Im Durchschnitt haben wir dort jährlich etwa 90 Veranstaltungen, mit 74 im vergangenen Jahr war die Zahl etwas geringer, aber die umsatzstärkeren Veranstaltungen haben zugenommen, also hält sich das die Waage“, so Jacoby. „Die Beliebtheit des Eventbereichs vom Tivoli ist deutlich gestiegen“, sagte Sicking. Vor allem Weihnachtsfeiern hätten deutlich zugenommen. „Da stört der Fußball fast schon“, sagte Wulf und lachte. Theoretisch ließen sich locker noch mehr Veranstaltungen unterbringen. Kein Wunder, dass der Tivoli im Dezember am meisten gebucht sei. Und auch das Weihnachtssingen werde weiterhin veranstaltet. „Die Entwicklung ist zufriedenstellend“, resümiert Wulf.

Der Bendplatz, auf dem Veranstaltungen meist sehr aufwendig seien, werde vor allem auch als Parkplatz genutzt. 2017 an 307 Tagen. Dennoch lockte der Platz mit insgesamt zwölf Veranstaltungen 790000 Besucher an. Und das werden Eurogress, Tivoli und Bendplatz wohl auch in diesem Jahr wieder. Denn für das gesamte Jahr gibt es jetzt schon 18 Karnevalsveranstaltungen, 23 Tagungen und Kongresse, 28 Seminare, 44 Showveranstaltungen, 21 klassische Konzerte und 19 gesellschaftliche Veranstaltungen. Unter anderem kommen die Sänger Tim Bendzko und Chris de Burgh ins Eurogress.

Ein großes Thema werde laut Wulf in den nächsten Jahren zudem die Technisierung und Digitalisierung im Veranstaltungsbereich sein. Es gebe viele Möglichkeiten in diesem Bereich, aber Anschaffungen dieser Art seien aktuell nicht geplant. Das könne sich je nach Bedarf schnell ändern.