Aachen: Eurogress bricht zu neuen Ufern auf

Aachen: Eurogress bricht zu neuen Ufern auf

Das Durchschnittsalter der Gäste ist Kristina Wulf eindeutig zu hoch. Die neue Chefin im Eurogress, seit dem vergangenen November im Amt, will das Haus peu à peu für jüngeres Publikum interessant machen und hat da auch schon ganz konkrete Vorstellungen.

Unter anderem soll es demnächst Abiturbälle an der Monheimsallee geben, auch will man versuchen, Künstler auf die Bühne zu bekommen, die den Nachwuchs verstärkt anziehen. Dafür ist nach vielen Jahren eine Veranstaltung gestrichen worden, die auch die Allerkleinsten in Scharen Richtung Eurogress pilgern ließ: die große Ostereiersuche am Ostermontag.

Beim traditionellen Rück- und Ausblick konnte die Geschäftsführung auf erfreulich stabile Zahlen verweisen. Zu den diversen Ereignissen kamen rund 500.000 Menschen ins Eurogress, an 310 Tagen des Jahres 2009 war das Haus ausgebucht.

Ähnlich erfreulich sieht es in diesem Jahr aus, was darauf hindeutet, dass die vielbeschworene Krise zumindest in Aachen (noch) nicht richtig angekommen ist - in anderen Städten sieht das ganz anders aus. Das Phänomen wird nicht zuletzt damit erklärt, dass die Existenz der RWTH für einen regen Zulauf an Tagungsgästen sorgt.

Auch in der gerade beendeten Karnevalssession war das Eurogress bemerkenswert gut besucht. Während zwei, drei jecke Sitzungen „deutlich schlechter” frequentiert waren als im Vorjahr, ging es ansonsten ordentlich rund: Der Umsatz stieg um satte 14 Prozent. Ganz anders als etwa in Mainz, wo angeblich arge Einbußen zu beklagen waren.

Kongresse und Tagungen sind und bleiben das wichtigste Standbein. 70.000 Teilnehmer wurden im vergangenen Jahr gezählt, sie blieben durchschnittlich 1,7 Tage in Aachen und gaben pro Tag 200 bis 250 Euro aus - zusammengerechnet sind das um die 30 Millionen Euro.

Auch in diesem Jahr wird wieder ausgiebig getagt; zu den gewichtigsten Zusammenkünften gehört sicherlich der Deutsche Anwaltstag im Mai, erwartet werden 1500 Juristen. Wulf: „Die Steuerberater haben uns empfohlen, das hat uns sehr gefreut.”

Auf dem Programm stehen auch der FDP-Landesparteitag, ein internationaler Kongress zur Lasertechnologie oder die Jahrestagung der Phlebologen (Gefäßmediziner, 1100 Teilnehmer).

An künstlerischer Prominenz werden unter anderem Helmut Lotti, Dieter Nuhr (schon ausverkauft), Jethro Tull, Rüdiger Hoffmann, Olaf Schubert und Jürgen von der Lippe erwartet, dazu gibt es die bewährten Meister- und Sinfoniekonzerte.