Aachen: „Euregio-Slam”: Poetisch Niederländisch lernen

Aachen: „Euregio-Slam”: Poetisch Niederländisch lernen

„Poetry Slams” sind gerade groß in Mode. In Waschsalons, Clubs und Wohnzimmern stehen potenzielle Nachwuchskünstler auf einer kleinen Bühne und versuchen das Publikum mit ihrem „Slam”, einer modernen Art der Poesie, die in Chicago entstand, zu überzeugen.

Diesen Hype hat sich die sogenannte „Talenacademie”, eine In-stitution, die das Erlernen von Sprachen promotet, aus den Niederlanden zu eigen gemacht. Sie hat den Wettbewerb „Euregio-Slam” ins Leben gerufen, bei dem Schüler der Euregio-Länder - Deutschland, Belgien, Niederlande - auf Niederländisch „slamen”.

Seit sieben Jahren bietet die Talenacademie Poesie-Wettbewerbe an, „darauf ist nun etwas Euregionales entstanden. So kann kreativ die Sprache der Nachbarländer erlernt werden”, erklärt Linda Wings von der Talenacademie. Finanziell wird das Projekt unter anderem von der Euregio Maas-Rhein und der Regio Aachen unterstützt.

Insgesamt haben sich Gruppen von sieben Schulen angemeldet, darunter sind auch das Inda- sowie das Rhein-Maas-Gymnasium (RMG). Gerade wird die Vorrunde im RMG ausgetragen, bei der auch Schüler des niederländischen Sophianum Colleges vertreten sind.

Katharina Gilleßen macht den Anfang; sie spricht über Vorurteile. Die 17-Jährige vom Inda-Gymnasium ist mit ihren Mitstreiterinnen über ihren Lehrer Björn Gotzes, der den Wettbewerb im Literaturkurs angepriesen hatte, zum Slamen gekommen. „Erst haben wir den Text auf Deutsch verfasst und ihn dann gemeinsam übersetzt”, erzählt sie.

Für sie hat der Wettbewerb nur Vorteile: „Ich habe Niederländisch als mündliches Abiturfach. Durch die vielen Proben verbessert sich die Aussprache, dafür ist im normalen Unterricht nicht so viel Zeit.”

Bevor die Schüler ihre Texte verfasst haben, hatten sie die Möglichkeit an einem Workshop teilzunehmen. Gerard Beentjes, niederländischer Dichter, hat etwa am RMG Tipps und Tricks verraten: aufrecht stehen, den Zuschauer direkt ansehen, den Text nicht vors Gesicht halten.

Ute Jenner, Niederländischlehrerin am RMG, hat in drei Niederländischkursen für den Wettbewerb geworben. „Es lief immer auf freiwilliger Basis.” Die besten Fünf treten nun in der Vorrunde an. Die besten Drei der jeweiligen Schule kommen ins Finale, das am Mittwoch, 26. September, dem Europäischen Tag der Sprachen, in Maastricht ausgetragen wird.

Zu gewinnen gibt es eine Sprachreise nach Amsterdam. Die würden alle gerne antreten. Doch selbst wenn es dafür nicht reicht, haben sie alle für sich gewonnen: Selbstbewusstsein, Sprachkenntnisse und grenzüberschreitende Bekanntschaften.