Aachen: Eugenie Bongs-Beer zeigt in der Ausstellung „Götterfunken“ neue Bilder

Aachen : Eugenie Bongs-Beer zeigt in der Ausstellung „Götterfunken“ neue Bilder

Die Farbe Rot hat Eugenie Bongs-Beer für sich entdeckt und mit Dutzenden Nuancen, die sie in Eitempera selbst anrührte, mit ihrer unglaublich energetischen Präsenz auf die Leinwand gebracht. Rund dreißig Bilder und einige wenige Bronze- und Ton-Skulpturen hat sie für die Ausstellung „Götterfunken“ zusammengestellt, die die hohen und weiten hellen Räume der Privatgalerie Deubner zu einem besonderen Leuchten bringen.

Zwischen zarten Morgendämmerungs-Tönen über scheinbar Blumen- und Fruchtfarben bis hin zu feurigen Wutausbrüchen und düsterem Vergehen präsentieren sich vor allem Farbflächengemälde, die Licht verströmen und in spannungsreiche Welten fern des Alltags entführen.

Plastische Wirkung von Steinstaub

Auch bei ihren neuen roten Bildern arbeitet die Künstlerin mit Gaze und häufig selbst von Hand geriebenen Steinstäuben, die zusammen mit den intensiven, energiereichen Farben auf der Leinwand eine gewisse plastische Wirkung entfalten. Mit der Gaze verbindet Eugenie Bongs-Beer Fläche und Raum, die sichtlich ihr Spannungsfeld behalten, wenn die Gaze im Malprozess entfernt wurde und die Reduktion ihre Wirkung entfaltet.

Farbflächen und -räume schieben sich in- und übereinander, werden dichter oder zu den Rändern hin zarter bis zu scheinbarer Transparenz. Energie pur wird sichtbar — feinste Nuancen in Rot entfalten ihre fesselnde Dynamik.

Leuchtend rot sind auch die beiden männlichen Rückenakte, die auf glatte Aluminiumbleche gemalt sind. Heroisch sind die Posen, göttlich die Farbwahl, denn in der griechischen Antike war das helle Rot die Farbe des männlichen Prinzips und somit auch die der Kriegsgötter.

Damit erschließt sich der Titel „Götterfunken“ in seinem Bezug auf die Antike, die immer wieder auch Vorlagen für die bildhauerische Arbeit von Eugenie Bongs-Beer liefert. Sie kennzeichnet aber auch die große Freude, die die Privatgaleristen Maio und Axel Deubner an ihrer nun zweiten Ausstellung in ihrem großzügigen Salon haben. „Nach dem erfolgreichen Start mit den Arbeiten von Gisela Mussa freuen wir uns auf neue Bilder, neue Gäste und neue Gespräche. Wir planen bereits weitere Ausstellungen und Hauskonzerte, auch Chöre sind denkbar,“ berichtet Maio Deubner.

Bei der Vernissage zur Ausstellung „Götterfunken“ hatte Professor Dr. Wolfgang Becker am gestrigen Sonntag die Einführung übernommen. Zu sehen sind die Werke von Eugenie Bongs-Beer an der Nizzaallee 45 noch bis zum 30. September . Die Ausstellung kann an allen Wochenenden im September samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung besichtigt werden. Kontakt über Telefon 0241/157236 und 0241/156228 sowie per E-mail: bongs-beer@web.de.

Mehr von Aachener Nachrichten