Betrüger wieder in der Region aktiv: Etliche neu Fälle von sexueller Erpressung in Videochats

Betrüger wieder in der Region aktiv: Etliche neu Fälle von sexueller Erpressung in Videochats

Mit einer bereits bekannten Form von sexueller Erpressung hat es derzeit die Polizei in der Städteregion Aachen zu tun. Bereits ein halbes Dutzend Fälle sind in den vergangenen Tagen bekannt geworden.

Vor fast genau einem Jahr hatte die Aachener Polizei bereits schon einmal vor der damals grassierenden Masche sexueller Erpressung gewarnt. Damals geschah dies in der ungewöhnlichen Form eines Gedichtes – dessen Wirkung offenbar verpufft war, wie Polizeisprecher Paul Kemen am Montag feststellen musste.

Seinerzeit waren ein Dutzend Männer Opfer eines Videochats geworden. In dem Chat zeigte sich eine attraktive Dame freizügig und forderte ihr Gegenüber auf, es ihr gleichzutun. Was die Männer nicht wussten: Ihr Tun wurde von der Kamera ihres Computers gefilmt.

Nun wiederholte sich das Geschehen. Mindestens sechs Männer in der Region folgten in den vergangenen Tagen in ähnlichen Chats der Aufforderung – und erlebten danach ihr blaues Wunder: Sie wurden erpresst. Die Dame drohte, die heimlich gemachten Videos in sozialen Medien zu veröffentlichen. Wollten die gefilmten Männer dies verhindern, seien 150 Euro fällig. Da ihnen das Geschehen peinlich war, zahlten die hinters Licht Geführten den Betrag. Worauf die Täterin nachlegte und noch mehr Geld verlangte. „450 Euro sind einige der Männer bislang losgeworden, bis sie zur Polizei gingen“.

Wie vor einem Jahr gehen die Ermittlungen in Richtung Frankreich. Trotz intensiver Recherchen gab es laut Polizei aber noch keine heiße Spur der Erpresserin, ebensowenig einen Hinweis auf mögliche Hintermänner.

Die Polizei warnt noch einmal ausdrücklich vor dieser und einer weiteren aktuellen Masche: Unbekannte drohen derzeit per Email, sie hätten mit einem Hackerangriff intime Bilder und Videos vom Rechner des Adressaten heruntergeladen. Komme kein Geld, würden diese Aufnahmen im Internet veröffentlicht. Viele Geschädigte glaubten dies und haben den Gangstern ein prall gefülltes Bitcoin-Konto beschert. Bis zu 1000 Euro bezahlten die Opfer, bevor sie zur Polizei gingen.

Im Zuge der Ermittlungen wurde festgestellt, dass es in den vorliegenden Fällen keine Hackerangriffe gegeben hatte. „Hier spielten die Täter mit der Furcht ihrer Opfer“, warnte Polizeisprecher Kemen. Die Ermittler gehen nach seinen Worten davon aus, dass es bei diesen Delikten eine enorm hohe Dunkelziffer gibt.

(red/pol)
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