Aachen: „Essener Evonik” hat EBV-Carré verkauft

Aachen: „Essener Evonik” hat EBV-Carré verkauft

Der Plan, auf dem Gelände des einstigen alten Bushofs ein florierendes Geschäftszentrum mit zwei Hotels und edlen Büros in gläsernem Kubus zu schaffen, ist nicht aufgegangen. Damals wollte die Hückelhovener Nachfolge-GmbH des Eschweiler Bergwerksvereins (EBV) ein ebenso anspruchsvolles wie teures „EBV-Carré” bauen - eine großzügige Tiefgarage war Auflage der Stadt beim Grundstücksverkauf.

Bis heute bewirtschaftet dort zwar die Dorint-Novotel-Kette das anspruchsvolle 154-Betten-Hotel mit vier Sternen. Jedoch ist der oftmals als „Praline” des ganzen Bauvorhabens gepriesene vierstöckige gläserne Bürokubus an der Ecke Schumacher- und Peterstraße nach wie vor nur zur Hälfte vermietet.

Im August 2007 ließ sich dort eine große Zahnarztpraxis nieder, der Rest ist bis heute frei. Der dahinter liegende Gebäudekörper jedoch, der bis an den hinteren Bereich der Synagoge an der Promenadenstraße reicht und ein preiswertes Hotel der Etap-Klasse beherbergen sollte, kommt über einen permanenten Leerstand nicht hinaus.

Wem gehört nun inzwischen das Ganze und wer ist verantwortlich, damit es dort endlich weitergeht? Niemand weiß das so recht, denn inzwischen ist - anders als momentan im Grundbuch eingetragen - eine in der Bundeshauptstadt ansässige Holding, die „AHGrundbesitzGmbHBerlin”, Eigentümerin des Grundstücks. Von ihr ist bislang allerdings nur die Nummer im Handelsregister bekannt.

Die Hückelhovener „EBV-Immobilien GmbH” hatte ihre Zuständigkeit bereits seit langem an die „RAG Aktiengesellschaft” (ehemals Ruhrkohle AG) abgegeben, die RAG übertrug den Immobilienbesitz dann an die „Essener Evonik-Wohnen”.

Weiter mit Monopoly

Die Essener wurden schließlich im Januar 2009 das komplette Grundstück an die Berliner los. Warum das Aachener Grundstücks-Monopoly weiter gespielt wurde, erklärt Evonik-Sprecher Dr. Stephan Schmidt den „Nachrichten” wie folgt: „Seit 2005 fahren wir den Kurs, alle unsere gewerblichen Immobilien abzugeben und uns desweiteren auf unser Wohnimmobilien zu konzentrieren. Dazu gehörte das Aachener Grundstück.”

In der Tat, die „Evonik Wohnen” bewirtschaftet rund 60.000 Wohneinheiten in NRW und ist eine der größten Wohnungsanbieterinnen bundesweit. Schmidt konnte keine Auskünfte darüber geben, was die Nachfolger, die jetzt bereits knapp eineinhalb Jahre im Besitz des Areals sind, künftig dort tun wollen.

Auch in der Stadtverwaltung weiß niemand so recht, wie es nun am Eingangstor zur Innenstadt weitergeht. So bekennt Baudezernentin Gisela Nacken unumwunden, man wisse über die Situation dort rein gar nichts, auch über den Verkauf nach Berlin nicht. Die Auflagen der Stadt seien damals beim Verkauf an den EBV allesamt erfüllt worden. Nur die inhaltliche Ausgestaltung des Grundstücks blieb auf der Hälfte der Strecke im Immobilientreibsand stecken.

Nacken berichtet, dass die Stadt versucht habe, Räumlichkeiten wegen des Umbaus städtischer Gebäude dort anzumieten - es sei zu teuer. Auch der Leiter des Fachbereichs für Wirtschaftsförderung, Co-Dezernent Manfred Sicking, passt: „Wir haben keinerlei Erkenntnisse über den Fortgang der Dinge auf diesem Grundstück.”

Mehr von Aachener Nachrichten