Aachen: Es wird eng für die Spielhallenbetreiber

Aachen : Es wird eng für die Spielhallenbetreiber

Verwaltung und Politik ringen weiter darum, die Zahl der Spielhallen in Aachen ab November 2017 per Satzung zu verringern und auf einen eng begrenzten Raum in der Innenstadt zu beschränken. Möglich macht es der Glücksspieländerungsstaatsvertrag, der seit 2012 gilt und dessen Übergangsfrist nächstes Jahr auslaufen wird.

Zu diesem Stichtag plant die Stadt, Spielhallen nur noch im Bereich Peterstraße zuzulassen. Einige der Betreiber, die bisher noch an insgesamt 19 Standorten vertreten sind, würden dann ihre Konzession verlieren. Dem Stadtbild täte das nur gut, sind Verwaltung und Politik überzeugt, denn im Umfeld von Spielhallen komme es häufig zu Konflikten, auch gehe mit der Ansiedlung oftmals ein Niedergang des Umfelds (Trading-down-Effekt) einher.

Gleichwohl müsse ein bestimmtes Angebot bereitgehalten werden, auch könne eine Stadt kaum ein komplettes Berufsverbot für Spielhallenbetreiber aussprechen. So will die Verwaltung künftig die Ansiedlung zwischen Hansemannplatz und Blondelstraße zum Erlaubnisbereich erklären. Doch auch dieser Abschnitt ist den meisten Politikern noch zu großzügig bemessen, wie sich jetzt in der Bezirksvertretung Aachen-Mitte und im Planungsausschuss zeigte.

Insbesondere den Abschnitt am Bushof zwischen Schumacher­straße und Blondelstraße wollen sie ebenfalls von Spielhallen freihalten — „zum Schutz der Jugend“, wie es heißt. Denn gerade dort steigen tagtäglich etliche Schüler um, zudem suchen viele Jugendliche auch die in der Nähe liegende Stadtbibliothek auf. Sie sollten gar nicht erst in Versuchung geführt werden, in die Welt der Glücksspielautomaten einzutauchen.

Ob der Erlaubnisbereich tatsächlich auf den Abschnitt Hansemannplatz bis Peterskirchhof begrenzt werden kann, soll nun die Verwaltung prüfen. Denkbar sei auch, einen weiteren Erlaubnisbereich an anderer Stelle zu schaffen. Nur wo? Darauf hat bislang niemand eine Antwort.

Dass das neue Spielhallenkonzept reibunsglos über die Bühne gebracht werden kann, erwartet indes niemand. Mit Klagen seitens der Betreiber wird bereits fest gerechnet.

(gei)
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