Aachen: Erstmals in deutscher Sprache: „Der Fundamentalist” im Theater Aachen

Aachen: Erstmals in deutscher Sprache: „Der Fundamentalist” im Theater Aachen

Wer hat den richtigen Glauben, und warum ist das Weltbild des anderen falsch? Im Theaterstück „Der Fundamentalist” treffen sich der evangelische Pfarrer Markus, gespielt von Karsten Meyer, und seine ehemalige Jugendleiterin Heidi (Julia Brettschneider) nach 20 Jahren getrennter Wege wieder.

Beide Figuren wissen auf Anhieb jede Menge Antworten auf die Fragen nach dem richtigen Weltbild und versuchen, sich gegenseitig von den eigenen Ideen zu überzeugen. Heidi ist inzwischen einer christlichen Sekte beigetreten.

Das finnische Stück „Der Fundamentalist” wird am Freitag, 12. November, in der Kammer des Theaters Aachen uraufgeführt. Regisseurin Anne Lenk inszeniert das erstmals ins Deutsche übersetzte Stück. „Es ist unaufgeregt und erinnert an das moderne Durchschnittsleben, doch dann tun sich Abgründe auf”, verrät sie. Erst am Ende klärten sich einige Ungereimtheiten auf.

Die 31-Jährige arbeitet zum ersten Mal für das Theater Aachen und hatte zuvor Engagements am Schauspielhaus Bochum und dem Theater Augsburg. „Anfangs hatte ich ein wenig Respekt vor dem Stück”, erinnert sich Lenk, denn die Themen Glaube und Religion seien für Außenstehende schwerer umzusetzen. Doch die anfänglichen Vorbehalte verschwanden schnell, denn Karsten Meyer hat dank seiner eigenen Erfahrungen als Sohn eines Pfarrers leichten Zugang zu Gebets-Szenen und ähnlichen Passagen des Stückes.

Für die Dramaturgin Caroline Schlockwerder und Lenk passt das eine Stunde und 20 Minuten lange Stück gut in das derzeitige Spielzeitthema „Glaube, Hoffnung, Liebe”, denn darin sei der Einfluss des Glaubens auf eine Beziehung zu erkennen. Die Kammer sei außerdem ideal für das Stück, denn dort könnten die Zuschauer stärker am Geschehen teilnehmen.

Zur Uraufführung erwartet das Theater den finnischen Autor Juha Jokela persönlich. Er hatte vor zwei Jahren den Nordischen Dramatikerpreis für den „Fundamentalisten” bekommen und ist nun neugierig auf die deutsche Fassung. „Ich habe etwas am Text gekürzt”, erklärt Anne Lenk. Dies sei aber kein Problem für Jokela, das sei bei einem Telefonat vor ein paar Tagen schnell klar gewesen.

Wer wissen will, wie es um die Beziehung und die Glaubenswelt der beiden Protagonisten Heidi und Markus steht, kann noch Karten für die Premiere am Freitag im Theater Aachen und den bekannten Vorverkaufsstellen bekommen. Bis Mitte April 2011 sind weitere 14 Aufführungen geplant.