Aachen: Ersti-Rallye: Auch der große Karl feiert mit

Aachen: Ersti-Rallye: Auch der große Karl feiert mit

„Auf die Plätze, fertig, los”, schallt es durch den Elisengarten. Erstsemester-Tutor Markus hat das nächste Sackhüpfrennen freigegeben. So ehrgeizig, als ginge es um olympisches Edelmetall stürzen sich die Erstsemester auf die Strecke.

„Wer unter 25 Sekunden bleibt, bekommt die volle Punktzahl”, sorgt Markus für den letzten Motivationsschub. Der Lehramtsstudent ist selbst bereits im dritten Semester und bereitet nun den „Nachwuchs” mit einer Stadtrallye auf das Studium vor. „Es gibt verschiedene Stationen, die jede Ersti-Gruppe erfolgreich absolvieren muss. Überall werden Punkte verteilt. Wer am Ende die meisten Punkte erreicht hat, erhält einen Preis”, erklärt der Student.

Bewaffnet mit Bollerwagen und unzähligen Dosen Bier zogen die Gruppen durch die Stadt. „Dass das Studium direkt am ersten Tag schon so anstrengend werden würde, hätte ich jetzt nicht gedacht”, erzählt der Neu-Aachener Thomas mit breitem Grinsen. Anschließend muss die Stimme wieder geölt werden. „Ist noch Bier da?”, fragt er einen Kommilitonen. Als Antwort gibts nur einen Fingerzeig auf den noch gut gefüllten Bollerwagen. „Wir sind ja jetzt auch erst seit 12 Uhr unterwegs. Es wäre schlecht, wenn sich unsere Vorräte nun schon dem Ende zu neigen würden”, kommentiert ein anderer Student.

Nur wenige Meter weiter in der Rotunde des Elisenbrunnens befindet sich die nächste Station. Man könnte von der Königs- oder sogar von der Kaiserdisziplin sprechen, schließlich geht es darum, einem als Kaiser Karl verkleideten Tutor zu huldigen. Je nach Leistung, gibt es auch hier wieder Punkte zu ergattern. Die Gruppe versucht es mit einem klassischen Fangesang. „Gib mir ein H”, brüllt jemand aus der Gruppe. Nur kurze Zeit später tanzen hunderte, euphorisierte Neu-Studierende im Aachener Nieselregen. „Wir singen Humba Humba Humba Täterä, Täterä, Täterä”, ertönt es aus zahlreichen heiseren Kehlen.

Nicht nur die eigene Gruppe wurde lautstark angefeuert, sondern auch die Konkurrenz. Und Kaiser Karl war ebenfalls von den Sprechchören angetan. Doch es blieb nicht viel Zeit zur Freude, einige Stationen standen noch aus. Beim Dosenwerfen und Begriffe-Raten musste noch ordentlich gepunktet werden. Unter den vielen Spielchen, die zu bewerkstelligen waren, befand sich natürlich auch das klassische „Appel & Ei”-Spiel. Zu Beginn erhielt jede Gruppe einen Apfel und ein Ei. Beide Gegenstände sollten möglichst wertsteigernd getauscht werden. Die Gruppe mit dem besten Geschäft durfte sich am Ende auf einen Extra-Preis freuen.

„Wir wollen das Surfbrett, das letztes Jahr gewann, noch toppen”, gab sich Crispin optimistisch. Außer einem Brötchen hatte seine Gruppe aber noch nicht viel erwirtschaften können. Topfavorit war wohl eine andere Gruppe. „Wir haben den Regenschirm vom Oberbürgermeister. Das sollte reichen”, war sich der 24-jährige Michael bereits siegessicher.

Polizei und Koordinationsteam waren mit dem Verlauf der Rallye im Großen und Ganzen zufrieden. Auch die Bilanz des Rettungsdienstes fiel positiv aus: „Es wurde eine einstellige Anzahl von kleineren Meldungen erfasst, ein Rettungs- oder Polizeieinsatz wurde nicht eingeleitet”, teilte Asta-Referentin Johanna Schöpe nach Abschluss der Rallye mit. Nur vereinzelt fielen durch die Stadt ziehende laute und alkoholisierte Studenten unangenehm auf.

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