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Aachen: Erster Brander Fahrradtag findet regen Zuspruch

Aachen : Erster Brander Fahrradtag findet regen Zuspruch

„Ein Auto ist eine Belastung“, meint der 31-jährige Stefan Kriegs. Er ist mit seinem Lastenrad nach Brand gekommen, weil er beim „Ersten Brander Fahrradtag“ Freunde besuchen will. Sein kleiner Sohn sitzt im Fahrradanhänger und wartet darauf, dass es weiter geht. Für Stefan Kriegs ist es keine Frage: „Mit dem Rad ist man besser unterwegs“, sagt er. Und mit dieser Meinung ist er offensichtlich nicht allein.

Der „Erste Brander Fahrradtag“ auf dem Marktplatz findet regen Zuspruch. Vor allem Kinder versuchen sich auf dem Fahrrad-Parcours, bei dem es in erster Linie um Geschicklichkeit geht. Hindernisse umfahren, rechtzeitig bremsen oder mit nur einer Hand am Lenker fahren: Hier können die Radler testen, ob sie all das können.

Laut Andreas Lux, Schulleiter der Gesamtschule Brand, ist der Andrang enorm. „Manche Kinder fahren die Strecke schon zum fünften Mal“, sagt er. Verschiedene Schulen haben den Parcours organisiert, um die Leute aufs Rad zu bekommen. „Wir wollen sie motivieren“, sagt Lux. Denn die eine Sache sei, Fahrradrouten zu fordern, die andere aber, die Menschen dann auch für das Rad zu begeistern. Und wer nicht so ganz sicher ist, wie geschickt er auf dem Rad unterwegs ist, der kann das auf dem Parcours testen. Das einhändige Fahren und das Fahren in Schrittgeschwindigkeit sind dabei laut Lux die schwierigsten Disziplinen.

Und immer wieder kreuzt eine Rikscha den Marktplatz und lädt interessierte Gäste zur Spazierfahrt ein. Die Bonner Initiative „Radeln ohne Alter“ ist der Meinung, dass „jeder ein Recht auf ein bisschen Wind in den Haaren hat“ und lädt entsprechend vor allem ältere Menschen zur Rikschafahrt ein. Senioren aus dem Marienheim machen gemeinsam mit Grundschülern aus dem Projekt „Generationenbrücke“ Gebrauch von diesem Angebot und lassen sich in der Rikscha durch das bunte Treiben kutschieren.

Auch bei Velocity ist man mit dem gezeigten Interesse mehr als zufrieden. „Unser Info-Angebot wird sehr gut angekommen“, sagt Lisa Krieg vom Kundenservice. Velocity will sein Verleihsystem demnach in Zukunft weiter ausbauen. „Bislang haben wir 22 Stationen mit 100 Fahrrädern — geplant sind 100 Stationen mit 1000 Fahrrädern“, sagt sie. Gerade in Brand sei das Interesse an einer solchen Verleihstation sehr groß. „Wir überlegen derzeit, welche Örtlichkeiten dafür in Frage kommen könnten“, sagt Krieg.

E-Bike-Station in Brand?

Eine E-Bike-Verleihstation in Brand würde sicherlich auch ganz wunderbar zu den geplanten Radvorrang-Routen passen. „Es gibt immer mehr Radfahrer, die wollen, dass die Politik etwas für sie tut“, sagt Gereon Hermens, Organisator vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). Das geplante Wegenetz für Radfahrer, das eines Tages die Aachener Ortsteile mit dem Zentrum verbinden soll, sei in diesem Sinne genau die richtige Maßnahme, sagt er. Die Gäste an seinem Stand können sich auf der Karte das angedachte Verbindungsnetz ansehen. „Und wenn die erste Route über Brand in die Innenstadt fertig ist, werden auch die anderen Stadtteile sehen, wie schön das ist“, meint Hermens.

Eingeladen zu diesem Aktionstag auf dem Brander Marktplatz hatte der Bürgerverein Brand gemeinsam mit dem Arbeitskreis der Stadtteilkonferenz „Fahrrad in Aachen“. In erster Linie ging es den Organisatoren darum, die Besucher fürs Radfahren zu begeistern. Ganz offensichtlich kam diese Idee sehr gut an. Und auch die Polizei war mit im Boot und gab wertvolle Tipps für das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Dass die Beamten dann auch noch in die Rikscha stiegen, kam gut an.

Die Verleihstation Velocity hatte einige E-Bikes für Probefahrten mitgebracht, die laut Lisa Krieg rege angefragt wurden. Und unter die Besucher mischten sich auch die, die schon längst davon überzeugt sind, dass das Rad das beste Fortbewegungsmittel überhaupt ist. Stefan Kriegs jedenfalls zweifelt daran nicht: Er kann über Parkplatzprobleme und Staus nur müde lächeln.