Aachen: Erste Aachener Comiciade im Ludwig-Forum eröffnet

Aachen: Erste Aachener Comiciade im Ludwig-Forum eröffnet

Punktladung im Ludwig-Forum: Beinahe hätte Comiczeichner Ulrich Schröder die Eröffnung seiner und Daan Jippes‘ Ausstellung „Duckworks“ und von Aachens erstem Comicfestival, der Comiciade, verpasst. Denn zu Hause hatte ihn jemand eingeschlossen. Glücklicherweise hat der Aachener es noch rechtzeitig mitsamt „Büro“ unterm Arm geschafft.

Denn sein kleines Mäppchen mit Stiften, Tinte und Papier hat er immer dabei, falls ihn ein zeichnerischer Geistesblitz trifft. Die Comiciade findet am Freitag von 12 bis 18 Uhr und am Samstag von 11 bis 19 Uhr statt, am Sonntag macht das Lufo von 11 bis 18 Uhr einen Familiensonntag zum Thema. Das zwölfköpfige Organisations-Team der Comiciade hat 15 Verlage, 60 Zeichner, ein riesen Rahmenprogramm und fast 300 laufende Meter Comics nach Aachen geholt.

Dafür hat das Team um Mario Wagner , Vorsitzender der Interessengemeinschaft Aachener Portal, und Alexander Samsz, Leiter der Comiciade, über 2000 Emails geschrieben und tausende Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet. Außer im Ludwig-Forum grassiert das Comic-Fieber auch in St. Elisabeth und im Atelier Lake 13, beides auf der Jülicher Straße. Dort werden ebenfalls Zeichner, Cosplayer und Künstler anwesend sein. Ulrich Schröder wird im Lufo am Schreibtisch sitzen und seine Zeichnungen, die er sich vorher von Daan Jippes absegnen ließ, live vor den Besuchern tuschen.

„Duckworks“ läuft noch bis zum 11. Mai. Die Zeichnungen erzählen den Weg der Skizze bis zur fertigen Tuschung und dokumentieren die Zusammenarbeit der beiden Künstler. „Jippes ist für mich ein wahres Genie“, sagt Schröder. Die Leute drängen sich um ihn, als er erzählt, wie er als 16-Jähriger einen Brief mit seinen Zeichnungen an einen Verlag schickte, und eine Absage erhielt.

Mit 15 zeichnete der heute 50-Jährige schon seine eigenen Disney-Comics. Am liebsten lässt er Details mit einfließen, die nur er oder wenige Leute kennen. „Da stand im Skript: ,Mickey am Strand‘“, sagt er. Den Strand hat er einem Ort auf Korsika nachempfunden, so dass nur wenige Menschen wissen, wo die Szene wirklich spielt. „Augenzwinker“, nennt er solche Details, die erst Jahre später von den Lesern erkannt werden.

Viele Leute sind an diesem Donnerstagnachmittag zur Eröffnung gekommen. Marcel Philipp schaut ins Publikum und ist erfreut, dass die Comiciade und „Duckworks“ mit solch einem „Bääm!“ in Aachen einschlagen. Der Oberbürgermeister findet die Arbeit mit Comics wichtig, weil sie nicht nur Kinder und Jugendliche anzieht, sondern auch Raum für die große Aachener-Comicszene bietet.

Lufo-Direktorin Brigitte Franzen bezeichnet Ulrich Schröder und Daan Jippes als die „bedeutendsten Disneyzeicher“. Für sie ist der Comic eine Art, die Welt zu erleben. „Mickey Mouse altert nicht, sondern wandelt sich mit Gesellschaft und Technik“, sagt sie über die Disneyfigur. Moderator David Lulley feuerte das Publikum mit Comicsprechblasen zum Applaus an und versuchte nachdrücklich bis zuletzt, jeden von einer Karl-der-Kleine-Münze zu überzeugen.

Bürgermeisterin Margarethe Schmeer gefällt das Comicwochenende besonders. Ihre Enkelin heißt „Daisy“, wie die Freundin von Donald Duck, das muss ein Zeichen sein. „Es ist toll, so viele junge Leute sind heute hier“, sagt sie. Brigitte Franzen und Marcel Philipp sehen die Comiciade als Zukunftshoffnung und wollen sie im Zwei-Jahres-Abstand mit einer begleitenden Ausstellung etablieren. Auch Mario Wagner kann sich dies vorstellen. „Aachen soll das Mekka des Comics werden“, sagt OB Philipp enthusiastisch

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