Stadtgarten in der Johanniterstraße: Erntedankfest im Zeichen der afrikanischen Gärten

Stadtgarten in der Johanniterstraße: Erntedankfest im Zeichen der afrikanischen Gärten

Zwar hatte der trockene Sommer auch Auswirkungen auf den Stadtgarten der Habeneys in der Johanniterstraße 26, dennoch war der Ertrag so gut, dass das Ehepaar gemeinsam mit der Organisation Slow Food am Samstag, 15. September, von 15 bis 20 Uhr erstmals ein Erntedankfest feiern will.

Auf rund 1000 Quadratmetern bauen Achim Habeney und seine Frau Anne mitten in der Stadt Obst und Gemüse für den eigenen Verzehr an. Was übrig bleibt, bieten sie Interessenten gegen eine Spende an. Annette Simon weiß dieses Angebot zu schätzen. Sie kommt seit einiger Zeit regelmäßig, um sich mit Tomaten, Basilikum und diesen „wunderbaren, orangefarbenen Rote Beete“ zu versorgen. Außerdem gefällt ihr die Organisation Slow Food.

Zugreifen: Mit dem Verkauf und Kauf
Zugreifen: Mit dem Verkauf und Kauf der leckeren und gesunden Produkte wird zugleich ein gutes Werk getan.

Unter dem Motto „10.000 Gärten für Afrika“ hilft Slow Food den Menschen dort, Gärten anzulegen, um unter anderem traditionelle Pflanzenarten wiederzubeleben und lokale Produkte zu fördern. Diese Idee ist auch bei den Habeneys auf fruchtbaren Boden gefallen, und so geben sie die Spendengelder, die sie mit den Produkten aus ihrem Garten einnehmen, an Slow Food weiter. In dieser Saison waren das stolze 1500 Euro. „Jetzt fehlen uns nur noch 300 Euro, um in Afrika zwei Gärten zu finanzieren“, sagt Habeney. „Einer davon soll in Kapstadt entstehen und in die Städtepartnerschaft Aachen-Kapstadt eingebunden werden“, ergänzt Manfred Lieber, Slow Food Aachen.

Das Erntedankfest am Samstag steht also ganz im Zeichen der Gärten in Afrika. Gleichzeitig kündigt Habeney an, dass der urbane Garten an der Johanniterstraße ab Oktober in den Winterschlaf geht. Bis dahin gibt es aber nach wie vor jeden Mittwoch zwischen 18 und 19.30 Uhr die Gelegenheit, sich mit frischem Obst und Gemüse einzudecken. Laut Habeney wissen die Besucher die Qualität seiner Produkte zu schätzen und loben „den besonders guten Geschmack“.

Auch wenn nach dem trockenen Sommer die Wasserreserven fast aufgebraucht sind, so konnte doch alles mehr oder weniger gut gedeihen. „Die Karotten sind etwas kürzer als gewohnt“, räumt Habenery ein, ist aber mit dem Ertrag in diesem Jahr zufrieden. Bewässerungssysteme ließen sich jederzeit verbessern, und das gelte insbesondere auch für Afrika.

Dass mit dem Spendenerlös fast zwei Gärten in Afrika finanziert werden können, ist für alle Beteiligten ein großer Erfolg. „Das möchten wir mit Euch beim Binden eines Erntekranzes und genussreichem Beisammensein feiern“, heißt es auf der Einladungskarte. Willkommen ist jeder, der mitfeiern möchte. Laut Manfred Lieber kommt die Idee der Slow-Food-Gärten weltweit gut an. Sie werden in den jeweiligen Ländern in Gemeinschaft angelegt und an die lokalen Gegebenheiten angepasst. In Afrika gibt es inzwischen 3000 solcher Slow-Food-Gärten.