Aachen: Erinnerungen zum Mitnehmen: Malteserkeller verkauft Inventar

Aachen: Erinnerungen zum Mitnehmen: Malteserkeller verkauft Inventar

Die letzten Töne der Musik sind längst verklungen. Mit Konzerten, vor allem aus der Sparte Jazz, und DJ-Abenden ist der Malteserkeller den Aachenern ans Herz gewachsen. Nachdem der Mietvertrag seitens der Eigentümer des Hauses nicht verlängert wurde, schloss der Club zum Ende des vergangenen Jahres endgültig seine Türe.

Mit einer Ausnahme: Am vergangenen Samstag gab es einen Trödelmarkt, bei dem das komplette Inventar zum Verkauf angeboten wurde.

Viele ehemalige Gäste wollten sich ein Stück Erinnerung an den Malteserkeller sichern. Daher war der Andrang recht groß. „Als wir aufgemacht haben, stand schon eine Schlange vor der Türe”, sagt Peter Bonczek, Mitglied des Malteserkellervereins, der eine ganze Menge an Utensilien anbot: Gläser, Tassen, Schallplatten, Boxen oder ein E-Piano warteten auf Käufer.

Mit dabei waren auch kleine Altertümchen, etwa eine Kassettenspieler oder ein Tastentelefon. Besonders das Mobiliar erfreute sich großer Beliebtheit. An allen Tischen und Stühlen klebte nach wenigen Minuten ein „Verkauft”-Zettel. „Hier gibt es wirklich alles Mögliche”, sagt Maren Wynands, zweite Vorsitzende des Malteserkellervereins. „Das fängt bei Gläsern für 50 Cent an und geht bis zur Lichtanlage und dem DJ-Equipment.” Für Plattenspieler und Mischpult wollte der Verein 800 Euro haben.

Leicht fällt es den Verantwortlichen des Malteserkellers nicht, das ganze Inventar unter die Leute zu bringen. „Da hängen sehr viele Erinnerungen dran. Das ist nicht einfach, das alles zu verkaufen, aber es muss sein”, sagt Wynands.

Derweil sieht Wynands viele Bekannte, die sich die Stücke ansehen. „Es sind viele Leute dabei, die auch oft als Gäste hier waren. Ein paar ehemalige DJs habe ich auch gesehen. Aber auch Leute, die ich noch nie gesehen habe.”

Dieter Kuhlen war während seines Studiums zuletzt im Malteserkeller. Jetzt stöbert er in den Schallplatten auf der Suche nach einem Klassiker. „Das ist schon richtig nostalgisch hier. Schade, dass ein Stück Aachen verloren geht”, sagt Kuhlen.

Aber vielleicht machen die Verantwortlichen des Malteserkellervereins schon bald eine neue Veranstaltungsstätte auf. Für den Neuanfang sollte bei dem Flohmarkt etwas Startkapital gesammelt werden. „Wir haben schon einige Ideen, aber noch keine konkreten Pläne. Wir wollen erstmal hier den Abschluss machen.”

Doch dann soll bald ein neuer Raum gefunden werden. „Wir wollen, dass die Leute wieder zu uns kommen und eine gute Zeit haben.”

Mehr von Aachener Nachrichten