Aachen: Erfolgsquote beträgt jetzt sechs aus 28

Aachen: Erfolgsquote beträgt jetzt sechs aus 28

Sechs aus 28: Was sich anhört wie eine neue Lotto-Variante, ist alles andere als ein Glücksspiel. Denn bei dieser Zahlenkombination handelt es sich um die Erfolgsquote der Aachener Polizei bei der Serie von Auto-Brandstiftungen, die die Stadt seit August des vergangenen Jahres in Atem hält.

Mit der Aufklärung der beiden Brandstiftungen vom 28. Juli in Haaren haben die Ermittler nun sechs von insgesamt 28 Fällen gelöst, nachdem mit der Festnahme eines 38-jährigen Aacheners wenige Tage zuvor bereits die ersten vier Brandstiftungen aufgeklärt worden waren.

In der Nacht zum 28. Juli hatten Zeugen einen brennenden Ford Fiesta auf der Hüls gemeldet. Noch während die Polizei diesen Tatort untersuchte, meldeten Zeugen einen weiteren brennenden Pkw in der Hofenburger Straße. Umfangreiche Ermittlungen haben in diesen beiden Fällen einen dringenden Tatverdacht gegen einen 15- und einen 19-jährigen Aachener ergeben. Die beiden hielten sich zur Tatzeit in der Nähe der Brände auf und waren zunächst im Verfahren als Zeugen befragt worden. Sie verstrickten sich jedoch in ihren Vernehmungen in Widersprüche. Schließlich gaben sie in der vergangenen Woche die beiden Brandstiftungen zu.

Wie sich herausstellte, kannten sie einen der beiden Fahrzeughalter persönlich und wollten ihm aus persönlichen Gründen schaden. Also entschieden sie sich, „da das Thema Brandstiftungen gerade präsent war”, berichtet Polizeisprecherin Sandra Schmitz aus den Vernehmungen, „die Rechnung, die sie meinten, mit dem Geschädigten noch offen zu haben, auf diese Art und Weise zu begleichen”. Zur „Probe” hätten sie zunächst ein anderes Auto in der Nähe angezündet. Die Ermittler gehen wegen der ausschließlich persönlichen Gründe für diese Tat davon aus, dass die beiden Jugendlichen nur für diese beiden Brandstiftungen in Frage kommen.

„Vielfältige Motivlage”

Bleiben also 22 ungeklärte Auto-Brandstiftungen, die die Polizei inzwischen übrigens nicht mehr zwingend als zusammenhängende Serie ansieht. Wegen der „vielfältigen Motivlage”, so Sandra Schmitz, „sprechen wir hier nicht über eine Serie, die einem Täter oder einer Tätergruppe zuzuordnen ist.” So hätten die beiden Jugendlichen persönliche Gründe gehabt.

Bei der aktuell jüngsten Brandstiftung, als in der Nacht vom 15. auf den 16. August ein Auto vor dem Haus des bekannten Aachener Linken, Manfred Engelhardt, in Flammen aufging, gingen die Ermittler von einem politisch motivierten Hintergrund aus. Und bei dem festgenommenen 38-Jährigen, der vier Brandstiftungen am 11. Juli in einem Hinterhof der Junkerstraße gestanden hatte, sei die Motivlage wegen einer geistigen Verwirrung des Täters ohnehin unklar, zählt die Polizeisprecherin weiter auf.

Daher könnten die Ermittler auch nicht ausschließen, dass er noch für weitere Taten verantwortlich ist. Das sei aber nach wie vor Gegenstand laufender Ermittlungen. „Auffällig ist allerdings”, erklärt Sandra Schmitz, „dass es seit der Festnahme des 38-Jährigen mit Ausnahme der jetzt aufgeklärten Fälle und der wahrscheinlich politisch motivierten Brandstiftung relativ ruhig geworden ist.”

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