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Justizforum zum Thema Nachlass: Erben ohne böse Überraschungen

Justizforum zum Thema Nachlass : Erben ohne böse Überraschungen

Experten raten dazu, sich mit dem Thema Erben und Vererben frühzeitig zu beschäftigen, um später Ärger und fianzielle Verluste zu vermeiden. Beim Justizforum „Recht im Zentrum“ Anfang März geben Experten juristische und steuerrechtliche Ratschläge.

Aktuell wird das Vermögen geerbt oder durch Schenkung weitergegeben, das die Nachkriegsgeneration angesammelt hat. Werte und Geld in Höhe von 109 Milliarden Euro wurden unter den Deutschen im vergangenen Jahr vermacht. Weil die Regelung des eigenen Nachlasses keine leichte Aufgabe ist, greift unser kommendes Justizforum „Recht im Zentrum“ am Mittwoch, 4. März, 18.00 Uhr das Thema „Zwischen Tipps und Tücken: Erben und Vererben“ auf. Ausgerichtet wird es von der Rheinischen Notarkammer und der Steuerberaterkammer, die Veranstaltung ist kostenlos.

Bundesweit erben 16 Prozent der Bevölkerung Geld und Werte in Höhe von mehr als 100.000 Euro. Erst recht bei noch höheren Beträgen, aber auch bei geringeren, erfordert die Erbfrage eine sehr persönliche und emotionale Entscheidung. Selbst bei „einfachen“ Familienverhältnissen fällt das nicht immer leicht. So sind neben der Absicherung des Ehepartners die Interessen der Kinder zu berücksichtigen, mitunter auch die der Enkelkinder.

Steuerliche Auswirkungen

Bei Patchworkfamilien, „modernen Familienmodellen“, aber auch Singles ohne nahe Angehörige sind stets individuelle Regelungen erforderlich, wem das Vermögen nach dem Tod zufallen soll. Bei der Regelung des Nachlasses sind zugleich stets die steuerlichen Auswirkungen im Blick zu behalten, um den oder die Erben vor unschönen Überraschungen zu bewahren. So kann es – insbesondere bei den gegenwärtigen Immobilienpreisen – bei einer ungeschickten Verteilung des Nachlasses schnell passieren, dass der Fiskus bei den Angehörigen anklopft und mit der Erbschaftsteuer seinen Anteil vom Nachlass einfordert.

Auch bei unverheirateten Paaren droht wegen der geringen Freibeträge eine erhebliche steuerliche Belastung, wenn sich die Partner gegenseitig beerben wollen. Viele Menschen fühlen sich deshalb überfordert. Nicht selten wird die Regelung des eigenen Nachlasses auf die lange Bank geschoben, häufig erfolgt sie dann gar nicht mehr.

Bürokratischer Aufwand

Wenn der eigene Nachlass nicht geregelt wird, führt dies in der Praxis allerdings für die Angehörigen zu einem erheblichen bürokratischen und zeitlichen Aufwand. So müssen Erben regelmäßig einen kostenpflichtigen Erbschein beschaffen, der sie im Rechtsverkehr als Rechtsnachfolger ausweist. Nicht selten führt die Verteilung des Nachlasses innerhalb einer Erbengemeinschaft auch zu Streit, denn bei Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf. Eine rechtzeitige Beschäftigung mit dem Thema ist deshalb wichtig.

Beim Justizforum geben Experten grundlegende Hinweise, was bei der Regelung des eigenen Nachlasses beachtet werden muss, und sie erklären, welche Fallstricke aus juristischer und steuerrechtlicher Sicht dabei zu berücksichtigen sind. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, sich mit Fragen an die Referenten zu wenden.